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Ethik & Gesellschaft

30 Grad und es fehlt an Wasser

Ein Leben ohne Trinkwasser ist für den menschlichen Körper nur kurzzeitig möglich. Wird es dann zunehmend immer wärmer, streikt der Körper und die Gesundheit des Menschen ist in Gefahr. Letzte Woche hat die Sonne ihr Bestes gegeben und Hamburg von seiner schönsten Seite gezeigt. Doch die hohen Temperaturen machen es den Menschen auf der Straße umso schwerer zu überleben.

Veröffentlicht von Pia Kracke am 1. Juli 2020

Wenn wir in Zeiten wie diesen nicht in die Wärme fahren können, dann kommt das warme Wetter zu uns. Dieses Jahr scheint die Sonne es wirklich gut mit uns zu meinen. Sie macht die ausgefallenen Urlaube fast wieder wett. Doch gerade die letzte Woche hat viele Menschen in Hamburg an die Grenzen gebracht. Die Hitze und die drückende Luft hat wahrscheinlich die meisten dazu verleitet mehr als einmal am Tag unter der Dusche nach einer Erfrischung zu suchen. Doch für viele Hamburger ist dies nicht möglich. Die Obdach- und Wohnungslosen in Hamburg haben nicht die Freiheit ihr Wohlbefinden mit einer erfrischenden Dusche in den eigenen vier Wänden wieder herzustellen. Sie sind auf Waschgelegenheiten in öffentlichen Toiletten oder den Duschbus Gobanyo angewiesen, der natürlich nicht unendlich viel Kapazitäten hat. Zusammen mit dem Bäderland wurde das Angebot bereits ausgebaut, doch immer wieder müssen sie Gäste vertrösten, weil alle drei Duschen für die gesamte Betriebszeit ausgebucht sind.

Ein weiteres Problem ist das fehlende Trinkwasser. Wie oft haben Sie letzte Woche zum kühlen Wasser gegriffen, um ihren Durst zu lösen? Durst ist eins der Warnzeichen, die der Körper gibt, um uns vor einer Dehydrierung zu schützen. Doch vielen Obdachlosen ist es nicht möglich nach einem Glas Wasser zu greifen. Sie sind der Sonne schutzlos ausgeliefert, laufen durch die Stadt um Geld für Essen und Trinken zu sammeln. Der normale Wasserbedarf wird dadurch noch gesteigert. Die Organisation Pfand gehört daneben hat neben ihrem vorreitenden Ziel, die Pfandflaschen mit einem jährlichen Wert von rund 180 Millionen Euro vor dem Müll zu schützen und Bedürftigen zur Verfügung zu stellen, auch zum Wasser spenden aufgerufen. Mit dem Slogan: „Deine erste Hitze Hilfe – Spende Wasser für Obdachlose“ bitten sie nicht nur Hamburgerinnen und Hamburger darum, denen zu helfen, die gerade nicht die Möglichkeit haben einfach in den Supermarkt zu gehen und sich eine Flasche Wasser zu kaufen. Auch der Weg zum Wasserhahn ist mit Hürden verbunden, da Restaurants und Cafés ihre Toiletten fast ausschließlich für Gäste öffnen und öffentliche WC-Anlagen keinen kostenfreien Zugang gewähren.

Immer mehr Organisation und Vereine machen sich daher mit Wasserflaschen bepackt auf den Weg durch Hamburg, um die Bedürftigen mit Wasser zu versorgen. Als Monika Kelting von der Obdachlosenhilfe des Deutschen Roten Kreuzes am Freitagabend, dem gefühlt heißesten Tag in Hamburg seit Monaten, unterwegs war, war die Nachfrage immens. Sie konnten die Wasserflaschen gar nicht schnell genug an die dankbaren Empfänger verteilen. Die Aktion wird je nach Wetterlage deshalb in den kommenden Wochen fortgesetzt – dann auch mit Sonnenschutzprodukten im Gepäck, die die  Hamburger Drogeriemarktkette Budnikowsky gespendet hat. Der Lokalpatriot im Einzelhandel, der unter den Hamburgern nur BUDNI genannt wird, hat sich zudem mit anderen Firmen zusammengeschlossen und zu Beginn der Corona-Krise die Initiative Hamburg packt’s zusammen! gegründet. In Kooperation mit Hanseatic Help werden Tüten gepackt, mit allem, was Menschen dringend benötigen, die gerade nichts oder eben nur sehr wenig haben.

Während die einen mit ihrem Angebot direkt die Bedürftigen ansprechen, haben es sich andere, wie beispielsweise Hafendieb, zur Aufgabe gemacht, anderweitig auf das Thema aufmerksam zu machen. In Kooperation mit Pfand gehört daneben wurden T-Shirts und Turnbeutel bedruckt, die nicht nur schick aussehen, sondern auch Bewusstsein für die gute Sache schaffen.

Es gibt somit mehr als nur eine Möglichkeit denjenigen zu helfen, die es gerade an dringendsten gebrauchen. Wenn Sie also das nächste Mal vor die Tür gehen und noch Platz für eine kleine oder große Wasserflache haben, dann nehmen Sie die doch gerne mit. Es gibt eine Menge Menschen, die Ihnen dafür verdammt dankbar sind. Und sollten Sie nach dem nächsten Picknick im Park keine Kraft mehr haben, Ihre leere Flasche mit nach Hause zu nehmen, stellen Sie die doch gerne neben den Mülleimer und machen jemandem damit eine große Freude.

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