HanseMerkur

Achtung: Neue Bewerbungsfrist!

Bewerben Sie sich schon jetzt für den HanseMerkur Preis für Kinderschutz 2019. Die Bewerbungsfrist endet am 31. August 2019. Weitere Informationen finden Sie hier.

Beruf & Familie

Alte Schule vs. Digitalunterricht

Die rasenden technischen Entwicklungen in unserem digitalen Zeitalter verlangen vielen Menschen einiges ab. Insbesondere in Bildungseinrichtungen sind Laptop, Smartbord & Co. nicht mehr wegzudenken. Diese bergen aber auch große Gefahren, gerade für das Lernverhalten der Schüler.

Veröffentlicht von Marie Mävers am 10. Mai 2019

„Immer mehr Kinder bekommen Handkrämpfe, wenn sie längere Aufsätze schreiben müssen,“ bedauert Heinz-Peter Meidinger, der Präsident des Deutschen Lehrverbands und selbst Direktor an einem Gymnasium. Hinzu kommt, dass die Schrift immer schlechter zu entziffern ist. Ein Resultat der Digitalisierung, denn im Alltag benötigen die Schüler ihre Handschrift fast gar nicht mehr. Stattdessen ist der Daumen das zentrale Schreibinstrument und es wird fleißig auf der Tastatur von Smartphone, PC und Tablet getippt.

Nur zwei von fünf Schülern in der Sekundarstufe können, laut einer Umfrage des Verbands für Bildung und Erziehung (VBE), 30 Minuten und länger schreiben. Dass diese Schwäche sich durch alle Altersklassen zieht, gibt ein Großteil der 2000 befragten Lehrer an. Sie beobachten eine Verschlechterung der Schreibkompetenz bei 89 Prozent der Grundschüler und bei 86 Prozent der Schüler der weiterführenden Schulen.

Dass eine Schreibschwäche weitreichende Auswirkungen haben kann, erklärt die Geschäftsführerin des gemeinnützigen Schreibmotorik-Instituts Marianela Diaz Meyer: „Handschreiben unterstützt die Rechtschreibung, das Lesen, das Textverständnis, letztlich die schulischen Leistungen insgesamt.“ Dem Digitalunterricht stehen die Lehrer trotzdem größtenteils positiv gegenüber. Eine digitale Ausstattung gehört heute zum Unterricht dazu, muss nur richtig eingesetzt werden. Ein Beispiel ist die Methode „bring your own device“, bei der die Schüler für Recherchen im Unterricht ihr eigenes digitales Medium benutzen dürfen. Die Kritik daran: die Schüler sind teilweise ganz unterschiedlich ausgestattet, manche besitzen vielleicht sogar kein Smartphone. Das erschwert nicht nur einen gemeinsamen Unterricht, es kann auch Ausgrenzungen innerhalb der Klasse zur Folge haben.  Außerdem sind viele Schulen nicht ausreichend ausgestattet. Bedingt durch den immer wieder stagnierenden Digitalpakt der Bundesregierung, ist auch in diesem Punkt in naher Zukunft keine flächendeckende Besserung in Sicht. Eine Lösung in der Handschrift-Problematik sehen die Lehrer in der Vielfältigkeit des Unterrichts. 85 Prozent der befragten Lehrer sind der Meinung, dass der Gebrauch der feinmotorischen Aktivitäten wie basteln, malen und kochen, helfen würden.

Die Meinung, dass auch viele Lehrer dem Digitalunterricht, aufgrund eigenen Unwissens, ablehnend gegenüber stehen, hat sich deutlich reduziert. Mittlerweile benutzen alle Lehrkräfte Laptops und Tablets und das Schüler ihre Klassenarbeit zum Tabellenprogramm „Excel“ handschriftlich auf Papier bringen müssen, ist eine der wenigen Ausnahmen.

Festzuhalten bleibt aber, dass die Lehrer bei allen digitalen Verheißungen die Vor- und Nachteile der Digitalisierung bei den Schülern beobachten und demnach handeln sollten. Denn digitale Programme ersetzen noch lange keinen lebendigen Unterricht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

*