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Beruf & Familie

Bildung der Eltern zeigt sich in der Gesundheit ihrer Kinder

Fast 25 Prozent der 15-jährigen Jungen in Deutschland leiden an Übergewicht. Bei den 15-jährigen Mädchen sind es immerhin auch 13 Prozent. Es sind erschreckende Zahlen, die die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Rahmen der Studie zur europäischen Region veröffentlicht hat.

Veröffentlicht von Marie Mävers am 2. Oktober 2018

Wo liegen die Ursachen, dass viel zu viele Kinder in Deutschland zu dick sind? Insbesondere, weil wir mit gesundheitlichen Vorsorgeangeboten und Aufklärung in Deutschland nicht schlechter beraten sind als unsere Nachbarländer, wenn nicht sogar besser. Zu beachten sind auch die Folgen für die Gesundheit und das daraus resultierende Fehlen in der Schule. Es birgt Gefahren für die Bildung und den sozialen Anschluss der Kinder. Eine Studie der Krankasse DAK-Gesundheit ist diesem Problem jetzt auf den Grund gegangen.  Das Ergebnis: Es ist nicht das mangelnde Einkommen der Eltern, das die Kinder krank macht, es ist die mangelnde Bildung.

Grundlage des ersten Kinder- und Jugendreports der DAK sind die Versichertendaten von rund 600.000 Minderjährigen aus dem Jahr 2016. „Die Bildung spiele insbesondere bei Karies und Fettleibigkeit eine Rolle“, erklärt Wolfgang Greiner von der Universität Bielefeld und Mitautor des Reports. Das Hamburger Abendblatt veröffentlicht in einem Bericht die signifikanten Zahlen. Von 1000 Kindern, von Eltern ohne Schulabschluss, waren 52 krankhaft übergewichtig. Bei Kindern aus Akademiker-Haushalten traf das nur auf 15 Kinder zu. Auch bei der Zahngesundheit sind die Ergebnisse auffällig. In bildungsarmen Familien gibt es dreimal so viele Fälle von Karies, wie in bildungsreichen Familien. Außerdem bekommen Kinder von Eltern ohne Bildungsabschluss mehr Medikamente verschrieben und müssen öfter zum Arzt, als Gleichaltrige aus besser gebildeten Familien.

In bildungsarmen Familien können noch weitere erschwerende Faktoren hinzukommen. Handicaps wie geringer Verdienst, materielle Sorgen und die eigene Gesundheit machen die Situation nicht leichter sich um die Vorsorge der Gesundheit der Kinder zu kümmern. Wolfgang Greiner glaubt, dass es eine Frage der Verantwortung sei: „Wer gelernt hat, für sich und für andere Verantwortung zu übernehmen, der kümmere sich auch verantwortungsvoll um seine Gesundheit – und sei so seinen Kindern ein gutes Vorbild.“

Das Ergebnis der Studie kann folglich auch anders formuliert werden: Nicht nur das Geld zählt, sondern vor allem die Haltung zu Vorsorge, Ernährung und Bewegung. Denn Vorsorge ist eben doch Aufklärung und fällt damit in den Bereich der Bildung. Alles was die Kinder von zu Hause an Einstellung zur Ernährung mitbekommen, was sie täglich als „Pausenbrot“ mit in Kindergarten oder Schule bekommen, prägt sie für ihr Leben und ist damit einhergehend auch ihre gesundheitliche Basis des Lebens. Vorschläge, dass Kitas und Schulen Kindern und Jugendlichen viel stärker als bisher beibringen sollten, wie man gesund lebt und sich vernünftig ernährt, eine Zuckersteurer einzuführen oder eine Ernährungsampel, die schnell und einfach gesundheitsschädliche Nahrungsmittle identifiziert, wird bisher von der Politik nicht energisch angeschoben.

Den Ergebnissen des Berichts gibt Wolfgang Greiner auch noch seine persönliche Handlungsempfehlung mit auf den Weg: „Wenn sie den Mindestlohn verdoppeln, tun sie wenig für diese Kinder. Wenn sie die Zahl der Schulabbrecher halbieren, tun sie viel.“

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