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Kinderschutz

Bildungsgerechtigkeit

„Wir können es uns einfach nicht leisten, Kinder zurückzulassen.“ Diese Worte sind jedem noch im Gedächtnis, wenn man an das Grußwort der diesjährigen Schirmherrin des HanseMerkur Preises für Kinderschutz, Elke Büdenbender, zurückdenkt.

Veröffentlicht von Marie Mävers am 11. Juli 2018

Die „First Lady“ führt diesen Gedanken weiter aus. „Kinder sind der Grundstein und die Zukunft unserer Gesellschaft und gerade deshalb ist Chancengleichheit, die Vielfalt der Bildungswege und der Lebensabschnitt zwischen Schule und Beruf so wichtig. Insbesondere in diesem Lebensabschnitt geht es darum, den Jugendlichen Mut zu machen, ihnen unterschiedliche Pfade aufzuzeigen, ihnen das Gefühl zu nehmen, sie steckten in einer Sackgasse.“ In Deutschland haben wir den Vorteil, dass unser Bildungssystem überall Wege und wo nötig auch Auswege bietet und trotzdem sind die Aufstiegschancen für Kinder aus Familien mit geringerem Bildungshorizont zu schlecht in unserem Land.

Wie viel Aktualität ihre Worte besitzen, beweist der Artikel aus der WELT, einen Tag nach der Preisverleihung des HanseMerkur Preis für Kinderschutz. Eine Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) offenbart Deutschland eine mangelnde soziale Mobilität – ein Aufstieg in eine höhere soziale Schicht dauert demnach Generationen. Genauer gesagt benötigt die untere soziale Schicht rechnerisch sechs Generationen oder 180 Jahre, bis sie es in die Mitte der Gesellschaft geschafft hat. „Einkommen, Beruf und Bildungsniveau werden von einer Generation an die andere weitergegeben.“ Demnach schafft es jedes zweite Kind von Führungskräften später auch in die Chefebene. Hingegen Kinder von geringverdienenden Eltern bleiben zu 42 Prozent auch in der unteren Schicht.

In jedem Land ist dieser soziale Aufstieg schwer. Allerdings lassen sich bei unseren europäischen Nachbarländern große Unterschiede erkennen. In Dänemark gelingt der soziale Aufstieg im Durchschnitt nach zwei Generationen. Auch in Norwegen, Finnland und Schweden braucht es mit drei Generationen nur halb so lang wie in Deutschland. Wie kommt es zu diesen Unterschieden? Der Schlüssel für eine Förderung der Chancengerechtigkeit liegt für die OECD vor allem in einem besseren Bildungssystem: „Qualitativ gute Kleinkinderbetreuung, mehr Ganztagsschulen sowie längeres gemeinsames Lernen, statt der frühen Trennung der Schüler, seien wichtige Bausteine, um Kinder aus bildungsfernen und einkommensschwachen Elternhäusern den Aufstieg zu ermöglichen.“

Abschließend seien noch die Worte von Erich Kästner erwähnt, die auch Elke Büdenbender als große Anerkennung für die vier Preisträger des HanseMerkur Preises für Kinderschutz gefunden hat: „Für eine glückliche Kindheit ist es nie zu spät. Das sollten wir uns alle zu Herzen nehmen.“

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