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„Bitte nicht zu süß!“

Hinter diesem Slogan verbirgt sich der Anlass des vergangenen Hamburger Strategietages am 29.April. Denn der individuelle Zuckerkonsum in Deutschland liegt deutlich über der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Insbesondere Kinder und Jugendliche sind von den Folgen betroffen.

Veröffentlicht von Marie Mävers am 7. Mai 2019

„Es gehört heute leider zur Normalität, dass gerade Fertigprodukte und Getränke hohe Zuckeranteile enthalten. Gesundheitsbewusste Ernährung wird den Menschen sehr schwer gemacht, denn oftmals suggerieren Produkte, gesund zu sein, sind aber eigentlich Zuckerbomben und tarnen die Süßungsmittel im Kleingedruckten“, leitet Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storck den Hamburger Strategietag und damit die Basis der Diskussion ein. Bestes Exempel bietet die höhere Besteuerung von Tabak und Alkopops. „Diese hat gezeigt, dass damit der Konsum schnell und deutlich gesenkt werden konnte. Deshalb spreche ich mich für die Einführung einer Zuckersteuer aus. Langfristig müssen wir unsere unsystematisch gewachsenen Umsatzsteuer-Regeln überarbeiten und gezielt gesunde Lebensmittel niedriger besteuern“, führt Prüfer-Storck weiter aus.

Die negativen Folgen eines überhöhten Zuckerkonsums sind wissenschaftlich eindeutig nachgewiesen. Früh erworbenes Übergewicht kann Adipositas und weitere ernährungsbedingte Krankheiten wie Diabetes II und Karies zur Folge haben. Zudem ist bewiesen, dass mehr als 60 Prozent der Kinder, die vor der Pubertät an Übergewicht leiden, auch als Erwachsene adipös sein werden. Es sind mehr als erschreckende Zahlen, sie sind Realität. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte geht davon aus, dass mittlerweile 15 Prozent der drei- bis 17-Jährigen in Deutschland übergewichtig sind. Allein diese Fakten verdeutlichen die Dringlichkeit des Hamburger Strategietages und die hohe Teilnahmeresonanz der verschiedenen Vertreterinnen und Vertreter aus Ernährungswissenschaft, Verbraucherschutz und Pädagogik. Auch der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Dr. Thomas Fischbach, der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Jens Hoyer und der Privatdozent Dr. Tobias Effertz von der Fakultät für Betriebswirtschaft der Universität Hamburg sprachen sich auf dem Hamburger Strategietag für verbindliche Maßnahmen zur Reduzierung des Zuckergehalts in Lebensmitteln, eine Nährwertampel und Zuckersteuer aus.

„Es liegt kein Erkenntnismangel vor, wir haben ein Umsetzungsproblem“, stellt Dr. Fischbach kämpferisch fest und appelliert an die Bundesregierung endlich zu handeln. Wenn Zucker von 2015 bis heute um bis zu 12 Prozent billiger geworden ist, liegt der Fehler auf der Hand, bekräftigt auch Dr. Effertz diese Argumentation und fordert hier eine Regulierungen des Gesetzgebers. Kein Eingreifen in die Lebensmittelindustrie verdeutlichen die Negativbeispiele „Nutella“ und „BigMac“: innerhalb des letzten Jahres wurde still und heimlich der Zuckergehalt von Nutella um ein Prozent angehoben und auch der BigMac verzeichnete einen Anstieg im Kalorien-, Zucker- und Salzgehalt.

Aktuell verfolgt das Bundesgesundheitsministerium mit dem „Nationalen Aktionsplan Gesundheitskompetenz“, zusammen mit Ärztinnen und Ärzten, Pflegekräften, Krankenhäusern, Krankenkassen, Apotheken, den Selbsthilfe- und Verbraucherorganisationen, aber auch den Behörden von Bund und Ländern eine Strategie zu entwickeln, das Gesundheitsbewusstsein der deutschen Bevölkerung zu stärken. Erste Ergebnisse sollen in diesem Jahr veröffentlicht werden. „Nach diesen Erkenntnissen können dann keine Ausreden mehr folgen“, sind sich die Teilnehmer des Strategietages einig, „dann muss gehandelt werden!“

Für weitere Informationen finden Sie hier eine Kurzverfilmung des Hamburger Strategietages u.a. mit Dr. Fischbach im Interview.

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