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Datenmedizin und Patient Empowerment

Als einziges Unternehmen der Privaten Krankenversicherung war die HanseMerkur 2018 Gründungsmitglied eines vitalen Netzwerkes und einer Plattform für Spitzenmediziner, Zukunftsdenker und Meinungsführer aus allen Bereichen der Gesundheitswirtschaft, wo wesentliche Themen der modernen und individualisierten Datenmedizin mit dem Fokus Patientenorientierung bewegt werden. Über das Netzwerk dieses Forums Zukunftsmedizin der Rheinischen Post hat sich bereits mit Molecular Health, einem führenden, wissensbasierten Unternehmen in der Krebsmedizin, eine Kooperation entwickelt. Von der Anwendung neuer Methoden zur Gensequenzierung werden insbesondere Kunden der HanseMerkur Krankenversicherung AG mit fortgeschrittenen Tumoren wie rezidivierendem Eierstock-, Eileiter oder Bauchfellkrebs profitieren. Am 25. Mai 2019 fand das erste Lab in diesem Jahr in der Zentrale der HanseMerkur in Hamburg statt. Es nahm den mündigen Patienten in den Fokus.

Veröffentlicht von Heinz-Gerhard Wilkens am 16. Juli 2019

Großer Konferenzsaal, 11.00 Uhr an einem Samstag im Mai: 25 Gesundheitsexperten aus ganz Deutschland haben sich vier Stunden Zeit genommen, um im offenen Plenum und in drei Arbeitsgruppen die Zukunft der modernen Datenmedizin zu diskutieren. Die Überschrift: „LAB“. Eine experimentelle Form des Austausches im Wägen und Wiegen. Oder wie Moderator Christopher P. Peterka es formulierte: „Raus aus dem Elfenbeinturm, Duzen bis 15.00 Uhr in offener Kultur, kritisch und zupackend.“ Und es funktioniert! Dabei unterliegt aber auch das ursprüngliche Konzept, onkologische, neuro-degenerative und kardiologische Krankheitsbilder in den Fokus zu nehmen (führende Uni-Professoren dieser Fachrichtungen waren vor Ort) einem disruptiven Prozess. Den Startschuss gibt der UKE-Neurologe Prof. Dr. Christian Gerloff: „Wollen wir ernsthaft den Begriff Datenmedizin in den Mittelpunkt stellen?“ Und so dominiert das Thema des befähigten, mündigen Patienten die Diskussionen des Vormittags. Patient Empowerment wird zum Buzz Word der Fachdiskussion und schärft den Blick für eine tröstliche Botschaft: Die medizinischen Daten gehören den Menschen, und Social Media sowie Patients Clubs geben ihnen weitere Möglichkeiten, als fachkundige Gesprächspartner dem Arzt oder dem Krankenhaus gegenüberzutreten. Also: Vor dem Patient Profiling, der Erfassung aller relevanten Daten, steht die Frage: „Dürfen wir auf Ihre Daten zugreifen?“.

Mehrere Impulsreferate beleuchteten Aspekte der Zukunftsmedizin aus ungewöhnlichen Blickwinkeln. Jana Aulenkamp von der Ruhr Universität Bochum, Präsidentin der Bundesvertretung der Medizinstudierenden, ist überzeugt davon, „dass wir einen radikalen Paradigmenwechsel in der Arbeitskultur und in unseren Versorgungsformen brauchen. Sie forderte Interprofessionalität, Teamarbeit und eine Fehler- und Feedbackkultur ein. Die Ökonomie darf das Patientenwohl nicht einschränken.“ Dem stimmte Folke Tedsen, Gesundheitsmanager der HanseMerkur zu: „Es fehlt an Vernetzung und Kooperation im Gesundheitswesen.“ Der Münchner KI-Experte Dr. Ramin Assadollahi möchte den Jahren wieder mehr Leben geben und sieht Künstliche Intelligenz als einen Schlüssel: „KI kann Kosten senken – etwa um 9 Mrd. Euro nur durch papierlose Prozesse – und die Qualität der Behandlung erhöhen. Unnötige Eingriffe werden reduziert, Pflegeberufe haben mehr Zeit für den Patienten.“ Dem pflichtete der Frankfurter Onkologe Prof. Dr. Hubert Serve bei: „Ich stehe hier aus Zorn. Der Aufwand für die Pflegedokumentation heute ist absurd.“

Am 7. September 2019 wird das 2. Lab des Forums Zukunftsmedizin das Thema Patient Empowerment ebenso vertiefen wie die Themen Datenschutz und die wichtigen ethischen Fragestellungen, die sich aus der digitalen Medizin ergeben. Die Medizinethikerin Prof. Dr. Alena Buyx von der TU München sagt: „Die Szenarien reichen vom Algorithmus, der hilft, Röntgenbilder besser zu befunden, bis zu der schrecklichen Vorstellung, dass uns eine selbstdenkende, halb bewusste oder ganz bewusste Künstliche Intelligenz eines Tages unterjocht. Wir müssen jetzt die Entwicklung in ethisch und sozial akzeptable Bahnen lenken.“

Die Teilnehmer des ersten Labs 2019 des Forums Zukunftsmedizin waren vom interdisziplinären und herrschaftsfreien Dialog der Experten überaus angetan. Hier einige Stimmen:

Jana Aulenkamp     

 Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e.V.

Ich bin mehr als begeistert, vor allem vom offenen Format. Das war anders als alles, was man sonst so kennt. Es war interessant, die vielen Chefärzte zu sehen, die so offen zu den Themen gewesen sind. Das erlebt man selten, dass sie diskutieren und offen für ganz neue Lösungen sind. Das hat mich echt überrascht.

 

 

Prof. Dr. Stefan Blankenberg

Universitäres Herzzentrum Hamburg, UKE

Ein überraschendes Ergebnis heute war sicherlich, dass allen bewusst ist, dass Daten in der Medizin einen ganz wesentlichen Faktor darstellen und wie groß die Diskrepanz ist zwischen dem, was wir täglich tun und dem, was wir eigentlich aufgrund datenbasierter Medizin tun sollten.

 

 

 

Prof. Dr. Henry Johannes Greten

HeidelbergClinic of Integrative Diagnostics

Heute hat sich die Erkenntnis aus dem ersten Forum noch verdichtet, nämlich dass um Lösungen gerungen wird und dass eine offene Atmosphäre wie ein Think Tank hier zum Wirken kommt und die außerordentliche Qualität der Teilnehmer eine Art außerordentlicher Schwarmintelligenz bewirkt. Das ist wunderbar, es zu erleben und bei dem Prozess dabei zu sein.

 

 

Klaus M. Brisch

DWF Germany Rechtsanwaltsgesellschaft mbH

Wir haben das Thema der Datenökonomie vertieft besprochen und einen besonderen Aspekt auf die Datenseen, die es zu bilden geht, gelegt und welcher Nutzen daraus entstehen kann. Diese Diskussion wird in Deutschland zu wenig geführt. Ich bin froh, dass ich aus juristischer Sicht den einen oder anderen Beitrag dazu leisten konnte.

 

 

Prof. Dr. Christian Gerloff

Klinik und Poliklinik für Neurologie, UKE

Die positivste Überraschung war die Zusammenstellung der Menschen, die heute in einer ganz legeren Art diskutiert haben. Von einem 19-jährigen Start-up-Unternehmer aus der IT-Ecke mit Professoren aus der Uni und Unternehmern. Das ist ein Garant dafür, dass man aus unterschiedlichsten Winkeln auf ein bislang ungelöstes Problem schaut. Das größte Thema, das wir herausgearbeitet haben, ist Patient Empowerment. Den Patienten in die Lage zu versetzen, die modernen Möglichkeiten der Digitalisierung für sich zu nutzen, indem er alle wichtigen Informationen, die er teilen möchte, für sich nutzt, um ein besseres Profil von sich zu erstellen, bei voller Eigenkontrolle.

 

Frank Stratmann

Strategische Beratung im Gesundheitswesen

Wir haben heute gesehen, was es noch braucht im Diskurs sich verändernder Gesundheitsmärkte. Was wir hier erleben im „Forum Zukunftsmedizin“ der Rheinischen Post ist folgendes: Wir nehmen eine Leser-Community, die parat steht, die mitmachen möchte, wir holen sie in die Interaktion, sich am Diskurs in einer adäquaten Zahl zu beteiligen. Das ist sehr wichtig, damit wir gemeinsam den Weg nach vorn finden.

 

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