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Kinderschutz

Die, die sich nicht selbst schützen können

Jährlich werden Zehntausende Kinder Opfer von Gewalt und Missbrauch. Wenn Kinder an den Folgen von Misshandlungen oder Vernachlässigung sterben, hat das Umfeld viele Signale übersehen oder nicht gehandelt.

Veröffentlicht von Silke Hirschfeld am 13. März 2019

In ihren viel zu kurzen Leben wurden sie nicht angehört, Spuren der Gewalt wurden nicht erkannt oder falsch gedeutet. Das vorhandene Hilfesystem wurde nicht eingeschaltet oder es hat nicht funktioniert. „Die toten Kinder sind nur die Spitze des Eisbergs“, mit diesem Satz begrüßte Michael Lezius am 18. Dezember 2016 die Gäste der Yagmur Gedenkveranstaltung und brachte mit diesem beklemmenden Satz sein Anliegen auf den Punkt: Er will mit der Yagmur Gedächtnisstiftung dafür sorgen, dass die Akteure im Kinderschutz sich besser vernetzen, und die Bürger zu mehr Zivilcourage auffordern.

Yagmur war eines von vielen Kindern, die – meist von ihren eigenen Eltern – so schwer misshandelt oder vernachlässigt wurden, dass sie an den Folgen starben. Auch bei ihr hat das Hilfesystem kläglich versagt und Menschen aus dem direkten Umfeld geschwiegen, anstatt zu helfen. Yagmur wurde nur drei Jahre alt.

In 2017 wurden 143 Kinder allein in Deutschland Opfer von Tötungsdelikten. Bevor ihr Tod öffentliche Aufmerksamkeit und Entsetzen auslöst, müssen sie unfassbares Leid ertragen.

Der Verein schutzlos-wehrlos e. V. nennt diese Kinder beim Namen und hält ihre bedrückenden Geschichten auf liebevolle Weise in einer Online-Gedenkstätte fest, um an die kindlichen Opfer zu erinnern und ihnen zu gedenken. Vor allem aber will das Team die Öffentlichkeit wachrütteln. Auf der Website heißt es: „schutzlos-wehrlos e.V. möchte aber nicht nur gedenken, sondern auch mahnen, aufklären, informieren und handeln. Viele der Kinder, deren Geschichten wir bewahren, hätten gerettet werden können. Wir möchten, dass Menschen erkennen und handeln, wenn ein Kind in Gefahr ist. Wir möchten, dass jeder für die kleinsten und schutzbedürftigsten Bürger unter uns Verantwortung übernimmt und für sie eintritt, wenn es sonst niemand tut.“

Auf schutzlos-wehrlos.de wird deshalb auch erklärt, wie Sie bereits erste Anzeichen der Kindeswohlgefährdung erkennen und was Sie in einem solchen Fällen unternehmen sollten.

 

 

 

 

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