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Kinderschutz

Die große Bildungskluft

Mit dieser Überschrift berichtete DIE WELT in der heutigen Ausgabe über die Ergebnisse einer Studie der OECD (Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), die die schulische Integration von Migrantenkindern in 35 Ländern näher beleuchtet hat. Deutschland gehörte dabei zu den Ländern mit den schlechtesten Ergebnissen.

Veröffentlicht von Silke Hirschfeld am 20. März 2018

Das ist ein dramatisches Ergebnis der OECD Studie, denn Kinder mit Migrationshintergrund machen in Deutschland ein Drittel der Schülerinnen und Schüler aus. Die Daten, die bereits 2015 erhoben wurden, befassen sich mit den drei Pisa-Kategorien Lesen, Rechnen und naturwissenschaftliches Grundverständnis.

Die Bildungsforscher haben verschiedene Erklärungsansätze. Zum einen führen sie den hohen Anteil leistungsschwachen Kindern auf das vergleichsweise niedrige Bildungsniveau der Eltern sowie die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse zurück, in denen die Kinder aufwachsen. Häufig geht damit auch die Schulwahl in einem sozialen Brennpunkt einher.

Ein weiterer kritischer Faktor sind Sprachschwierigkeiten. Auch wenn in der Studie Migrantenkinder der zweiten Generation betrachtet wurden, also Kinder, die in Deutschland geboren wurden, deren Eltern aber aus dem Ausland nach Deutschland kamen, ist es häufig so, dass zu Hause die jeweilige Landessprache gesprochen wird. Während das im internationalen OECD-Durchschnitt bei 40 Prozent der Familien der Fall ist, liegt der Anteil in Deutschland bei 50 Prozent.

Angesichts dieser erschreckenden Ergebnisse fordert die OECD, dass Schulen stärker als bisher Rücksicht auf Migrantenkinder nehmen und einen noch stärkeren Fokus auf das Sprachniveau legen. Zudem sollen Lehrer die Defizite der Kinder noch gezielter angehen und ihnen beispielsweise durch weitere Sprachkurse, intensivere Hausaufgabenbetreuung und die konsequente Einbindung der Eltern, den Weg zur Bildung öffnen. Denn auch das ist ein Ergebnis der Studie: Die befragten Kinder sind in der Schule deutlich motivierter als Gleichaltrige ohne ausländische Wurzeln!

 

 

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