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Umwelt & Nachhaltigkeit

Die Zukunft der „E“-mobilen Stadt

Der Klimaschutz zieht eine fortwährende Debatte nach sich. Kein Tag vergeht, an dem die Medien nicht über die fortschreitenden Auswirkungen des Klimawandels berichten. Das Bewusstsein steigt folglich, aber über die nötigen Maßnahmen wird viel diskutiert.

Veröffentlicht von Marie Mävers am 12. Juli 2019

Insbesondere der Bereich Verkehr verzeichnet in Deutschland große CO2-Emissionen. Mit 167 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten war der Verkehr 2017 der drittgrößte Verursacher (18,4 %) von Treibhausgasemissionen in Deutschland. Im Vergleich zu allen anderen Sektoren hat es der Verkehrssektor nicht geschafft, die Treibhausgasemissionen im Vergleich zu 1990 (163 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente) zu senken. Die gesamten Treibhausgasemissionen der Bundesrepublik Deutschland sanken zwischen 1990 und 2017 von 1.251 auf 907,8 Mio. t CO2. 

Folglich wird viel in die Diskussion von Maßnahmen und Regulierungen gesteckt. In einem Punkt sind sich bereits alle einig, Autofahrer und Forscher, Politiker, Verkehrsexperten und Umweltschützer: Es muss sich etwas ändern, schon bald. Denn die Zahl der zugelassenen Autos steigt, der Lieferverkehr nimmt zu, also werden auch die Staus in Städten und auf Autobahnen mehr und länger. Folglich wächst die Belastung durch Abgase, CO2 und Feinstaub. Die im Auftrag des Umweltbundesamtes erarbeitete Studie “Klimaschutzbeitrag des Verkehrs bis 2050“ und der Bericht „Klimaschutz im Verkehr: Neuer Handlungsbedarf nach dem Pariser Klimaschutzabkommen“ skizzieren eine Möglichkeit, wie der Verkehrssektor bis 2050 treibhausgasneutral gestaltet werden kann.

Eine Minderung des Endenergieverbrauchs kann durch Effizienzsteigerung, Verkehrsverlagerung von Straße auf den Umweltverbund, Schiene oder Schiff, Verkehrsvermeidung, Erhöhung der Auslastung und umfassende Elektromobilität erreicht werden. Betrachtet man nur den Personennahverkehr, treten vor allem die Städte in den Fokus der Regulierungen. „Insbesondere in Ballungsräumen sind 50 % aller Pkw-Fahrten kürzer als 5 km. Im Stadtverkehr kann das zu Fuß gehen bis zu einer Distanz von 1,5 km, das Fahrrad fahren bis 5 km und die Elektromobilität bis 10 km schneller sein als die Fahrt mit dem Pkw. Daher liegen im Bereich des Fußverkehrs und Radverkehrs große Potenziale für eine Verlagerung von Alltagsverkehren vom Pkw auf umweltverträglichere Alternativen“, geht aus dem Bericht von Martin Randelhoff, Zukunft Mobilität hervor. 

Ein aktuelles Beispiel für Elektromobilität in Städten sind die Einführung von E-Scootern und E-Skateboards. In Paris, Brüssel, Wien und San Francisco haben sich die Roller schon längst etabliert, in Hamburg sieht man sie seit knapp drei Wochen am Wegesrand stehen. 2160 Roller sind es nach Angaben der Verkehrsbehörde mittlerweile schon – nur in Berlin und Köln gibt es mehr Leihroller. Ein so plötzliches Auftauchen birgt neben der gewollten Umweltfreundlichkeit natürlich auch Probleme und diese stehen bei uns Deutschen ja meist im Vordergrund. Auf Gehwegen fahren oder schieben ist strengsten verboten, die vorgesehenen Fahrradwege sind aber meist zu klein. Das erlaubte Ausweichen auf die Straße ist nicht nur gefährlich, auch Busse und Autos sehen die E-Scooter als Störfaktor. Zudem zentrieren sich die E-Scooter in den Zentren der Städte und werden somit nicht in die Randgebiete gefahren. Gerade da sollen die Roller aber auch für Pendler verfügbar sein, um mit dem Roller zur Bahn zu gelangen und nicht das Auto zu nehmen. 

Ganz abgesehen von den Startschwierigkeiten und die Gewöhnungsphase der Bevölkerung, besteht wirklich eine Gefahr in der Nutzbarkeit, wenn sich deutsche Städte kein Vorbild an anderen Städten nehmen, wo die Roller bereits in den Verkehr integriert sind. Das größte Optimierungs-Tool stammt dabei aus den USA und heißt Digitalisierung zur Regulierung. Mithilfe der Datenauswertung Mobility Data Specification (MDS) wurde eine Methode entwickelt, bei der Stadt und Entwicklern, Nutzungsdaten der E-Scooter zurückgespielt werden. Auf diese Weise ist Big Data sinnvoll und lässt die Städte einfacher die benötigte Infrastruktur für die E-Scooter aufstellen. Zu beachten sind auch die ersten Nutzungsumfragen aus Portland: Aus den Daten sowie Nutzerbefragungen entwickelten sie den E-Scooter Findings Report und zeigten darin auf, dass 34 % der Einwohner und 48 % der Besucher einen Scooter anstatt des eigenen Autos oder Uber, Lyft, oder einem Taxi nutzten. 

Geben wir den E-Scootern und damit der verstärkten Konzentration von E-Mobilität in den Städten eine Chance. Viele weitere werden nicht auf uns warten.

 

Den sehr lesenswerten und vollständigen Bericht von Martin Randelhoff finden Sie hier.  

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