Achtung: Neue Bewerbungsfrist!

Bewerben Sie sich schon jetzt für den HanseMerkur Preis für Kinderschutz 2019. Die Bewerbungsfrist endet am 31. August 2019. Weitere Informationen finden Sie hier.

Ethik & Gesellschaft

Eine Bonuskarte für Ehrenamtliche

Aufgeschoben ist nicht gleich aufgehoben. Nachdem vor ziemlich genau einem Jahr der Hamburger Senat den Antrag der FDP-Bürgerschaftsfraktion abgelehnt hat, wird die Diskussion um die Ehrenamtskarte nun wieder aufgenommen.

Veröffentlicht von Marie Mävers am 5. März 2019

Mehr als 31 Millionen Deutsche sind ehrenamtlich tätig. Das sind laut Bundesfamilienministerium 43,6 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren. Auf Hamburg bezogen sind das etwa 555.000 Bürger der Stadt, die sich ehrenamtlich engagieren. „Das ist eine beeindruckende Zahl und birgt ein unglaubliches Potenzial für unsere Zivilgesellschaft“, sagt der sport- und familienpolitische Sprecher der FDP-Bürgerschaftsfraktion, Daniel Oetzel. Angetrieben durch die CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Franziska Rath ist der Antrag für die Ehrenamtskarte beim Hamburger Senat nun wieder auf dem Tisch.

Damit dieses Engagement nicht abebbt und noch mehr Ehrenamtliche hinzugewonnen werden, soll mit der Einführung der Bonuskarte „Hamburg sagt Danke“ ein Programm eingeführt werden, bei dem Ehrenamtliche für ihre Tätigkeit mit zahlreichen Vergünstigungen in der Hansestadt belohnt werden. Mit der Karte sollen die Freiwilligen Vergünstigungen bei Friseurbesuchen bis hin zum Nahverkehrsangebot erhalten. Auch Kooperationen zwischen den umliegenden Bundesländern sind möglich.

Bundesweit ist diese Idee nicht neu. In den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen gibt es bereits die Ehrenamtskarten und das mit großem Erfolg. „Mit einer solchen Karte dankt man nicht nur den bisher Engagierten, sondern macht das Ehrenamt insgesamt noch attraktiver“, betont Oetzel.

Der Hamburger Senat ist im Bereich der Anerkennung von ehrenamtlicher Arbeit nicht untätig. Projekte und Aktionen wie „Mit dir geht mehr!“ , das AKTIVOLI-Landesnetzwerk oder der „Hamburger Nachweis“ über freiwilliges Engagement sprechen für die Würdigung des Ehrenamts in unserer Stadt. Leider erreicht die Stadt mit diesen Aktionen meist nur einen ausgewählten Teil der Freiwilligen. Die Kritik des Senats, das der Aufwand für die Einführung und Betreuung der Ehrenamtskarte nicht im Verhältnis mit der dadurch verbundenen Anerkennung steht, weist Antreiberin Rath zurück. In den Vorreiter-Bundesländern ist das auch mit einem geringen finanziellen und personellen Aufwand möglich. In Schleswig-Holstein sind momentan nur zwei Mitarbeiter mit diesem Thema beschäftigt und es funktioniert.

Die Chancen für den erneuten Antrag stehen gut. Beruhigend, denn was wäre unsere Gesellschaft ohne die Arbeit von Ehrenamtlichen. Vermutlich hätte sie, so wie wir sie kennen, keinen Bestand mehr.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

*