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Ethik & Gesellschaft

Ein positiver Jahreswechsel

Für Kinder ist der Jahreswechsel mit viel Spannung und Aufregung verbunden. Feuerwerk, Bleigießen und langes Wachbleiben. Für die meisten Erwachsenen hingegen ist es ein ganz normaler Tag. Viele boykottieren sogar, diesen Tag wie ein Fest zu feiern und ändern lediglich die Jahreszahl auf zukünftigen Schriftstücken und in ihrem Kopf. Aber aufgepasst, das neue Jahr bringt insbesondere für Familien eine positive finanzielle Änderung mit sich: Das Kindergeld wurde zum Jahreswechsel erhöht!

Veröffentlicht von Marie Mävers am 2. Januar 2019

Damit dürfen sich Eltern ab Juli über monatlich zehn Euro mehr pro Kind freuen. Für das erste Kind sind es dann insgesamt 204, für das dritte 210 und für jedes weitere Kind 235 Euro. Bereits ab Januar erhöht sich der Kinderfreibetrag, den Eltern anstelle des Kindergelds erhalten können. Dieser beträgt dann pro Kind 4980 statt wie bisher 4788 Euro.

Diesem Beschluss der großen Koalition gingen viele Diskussionen voraus. Die Politiker aus SPD und Union hatten viel diskutiert, ob die Erhöhung von Geldleistungen, auch grundsätzlich dem Leben der Kinder zugute und damit Kinderarmut entgegen wirken kann. Das große Misstrauen, dass vor allem Eltern sozialschwacher Familien entgegengebracht wird besteht nämlich darin, dass die Eltern die zusätzlichen Finanzmittel für ihren eigenen Konsum einsetzen. Der ehemalige SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück plädierte 2006 sogar dafür, das Kindergeld und den Kinderfreibetrag zu senken und mit den Einsparungen die Abschaffung der Kita-Gebühren nachhaltig zu finanzieren.

Eine Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung, hat sich jetzt diesem Misstrauen angenommen und das Verhalten der Familien mit ihren finanziellen Zuschüssen untersucht. Die Ergebnisse entkräften die vielen Vorurteile. Der Verdacht, dass die Eltern das Geld für eigene Zwecke nutzen, trifft in den allermeisten Fällen nicht zu. Ganz im Gegenteil. Es ist sogar auffällig, dass Eltern mit einem höheren Kindergeld ihre Kinder mit hoher Wahrscheinlichkeit in einem Sportverein anmelden oder das Kind Musikunterricht erhält. Auf der anderen Seite ist der Alkohol-, Zigarettenkonsum und die Anschaffung technischer Geräte in diesen Familien auch nicht gestiegen.

Für die Forscher belegen diese Ergebnisse, dass die zusätzlichen Geldleistungen „durchaus den vorgesehenen Zweck erfüllen“. Zumal die Alternative, bürokratische Förderung durch Bildungs- und Teilhabepakete für arme Kinder, zum Großteil in der Verwaltung hängen bleibt, weil die Eltern jede einzelne Leistung beim Sozialamt beantragen müssen. Viele nehmen deshalb die Leistungen, aufgrund des großen Aufwands, gar nicht erst in Anspruch. Der Jahreswechsel hat also auch für alle  Eltern die „Sylvester-Muffel“ sind etwas Gutes.

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