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Umwelt & Nachhaltigkeit

Eintagsfliege Smartphone

Vor genau einer Woche war Tag der Erde. Ein Tag, der von der Gesellschaft und der Politik zum Anlass genommen wurde, viele Aktionen rund um den Klimaschutz zu starten.

Veröffentlicht von Marie Mävers am 29. April 2019

Die Wichtigkeit des Begriffes Nachhaltigkeit stand bei allen Aktionen rund um den Earth Day im Vordergrund. Denn der Klimawandel schreitet voran und nur einen Tag mit dem Bewusstsein dafür zu leben wird unsere Erde nicht retten. Die Gesellschaft muss nachhaltig und damit langfristig ihr Leben umstellen, damit eine Chance besteht, dass noch viele Generationen nach uns auf diesem Planeten leben können.

Es gilt bei einem selbst anzufangen, den eigenen Umgang mit Ressourcen und Konsumverhalten sowie die Müllproduktion zu hinterfragen. Bei einem selbst anzufangen ist der einfachste und gleichzeitig der schwerste Schritt. In jedem Moment kann der Mensch selbst entscheiden, ob ihn seine Umwelt etwas angeht und danach handeln. Insbesondere bei dem Konsumverhalten und der Müllvermeidung ist der Einzelne allerdings auch darauf angewiesen, was die Industrie anbietet oder eben auch nicht anbietet. Ein Beispiel: nahezu alle Produkte in den deutschen Supermärkten sind in Plastik verpackt. Um Bioware vor der gespritzten Ware zu schützen, sind sogar viele der Bioprodukte in Plastik verpackt. Sich als Verbraucher in diesem Dschungel aus Plastikverpackungen einen vollständig nachhaltigen Lebensstil anzueignen überschreitet in einer totalen Konsequenz mehr als das Verlassen der eigenen Komfortzone. An diesem Punkt gilt es auch von Seiten der Politik weiter einzuschreiten und Gesetze zu veranlassen, die die Ressourcen unseres Planeten schützen. Ein positives Beispiel ist das im Oktober vergangenen Jahres verabschiedete Gesetz des EU-Parlaments, zum Verbot für viele gängige Wegwerf-Produkte aus Plastik.

Auch in Bezug auf die steigende Müllproduktion unserer Gesellschaft, wurden von der Europäischen Union jetzt strengere Richtlinien festgelegt. Dazu hat das EU-Parlament nach monatelangen Beratungen neue Anforderungen für das sogenannte Ökodesign von Waschmaschinen, Kühlschränken, Fernsehern, Leuchtmitteln, Smartphones & Co. festgelegt und will damit dem Wegwerftrend von Elektrogeräten entgegen wirken. Insbesondere Smartphones sind ein stetig wachsender Faktor in der Produktion von Elektroschrott. Jedes Jahr präsentieren die Smartphone-Anbieter Apple, Samsung & Co. ihre neuen Smartphones. Da stellt sich die Frage, wie lange ein Smartphone eigentlich wirklich halten soll? Hinzu kommt, dass das Smartphone, selbst wenn es auf wundersame Weise drei Jahre überleben sollte, durch die sich regelmäßig erneuernden Betriebssysteme, irgendwann nicht mehr funktionstüchtig ist. Für die Eintagsfliege Smartphone gibt es bislang noch keine umfassenden rechtlichen Vorgaben, nun aber generell für die Langlebigkeit von Elektrogeräten. Steigende Anforderungen an das Ökodesign von Elektrogeräten sollen zur Folge haben, dass sie in Zukunft leichter zu reparieren sind. Die neuen Vorschriften sehen unter anderem vor, dass LED-Leuchtmittel nicht mehr fest verbaut werden. Dadurch müssen viele Lampen bei einer kaputten LED nicht mehr komplett weggeschmissen werden. Gleichzeitig verpflichtet die EU die Hersteller von Elektrogeräten, Ersatzteile für mindestens sieben Jahre aufzubewahren und darüber hinaus die für Reparaturen benötigten Informationen frei zur Verfügung zu stellen.

Umwelt- und Verbraucherschützer sind von diesen Richtlinien begeistert. „Erstmals wird ein Anrecht auf bestimmte Ersatzteile gesetzlich festgeschrieben. Das ist ein wichtiger Bestandteil eines Rechts auf Reparatur“, sagt Johanna Sydow, Rohstoffexpertin von Germanwatch und Koordinatorin des Runden Tischs Reparatur.

Jetzt wird also der Verbraucher wieder in die Verantwortung genommen. Festzumachen am Beispiel der Waschmaschine. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes ist der Preis eines Neugeräts in Deutschland zwischen 1991 und 2016 um 34 Prozent gefallen, gleichzeitig kostet eine Reparatur rund 40 Prozent mehr, vor allem wegen der gestiegenen Lohnkosten. „Damit stellt sich vielfach die Frage, ob sich eine Reparatur überhaupt lohnt und ob das neue Recht so stark angewendet wird wie erhofft“, sagt Werner Scholz, der Geschäftsführer des Fachverbands Elektro-Haushalt-Großgeräte, -Kleingeräte und Hauswärmetechnik im Zentralverband Elektronik- und Elektronikindustrie (ZVEI). Ein ähnliches Szenario ergibt sich auch aus den rasenden technischen Fortschritten unserer Gesellschaft. Wie modern und „up to date“ müssen die eigenen technischen Geräte sein? Diese Frage können Sie sich jetzt selbst beantworten…

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