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Kultur

„Es“ ist immer noch unerträglich

Die Neuverfilmung von Stephen Kings bekanntem Horror-Roman „Es“ kommt in Deutschland in die Kinos. Doch die ehrenamtliche Initiative der Hamburger Klinik-Clowns e.V. steht dem Kinostart skeptisch entgegen, denn die Verkörperung des abgrundtief Bösen über die Figur eines Clowns rückt ihre wichtige Arbeit in ein falsches Licht.

Veröffentlicht von Mia Holland am 27. September 2017

Die Zeit rund um Halloween scheint alljährlich mit den sogenannten Horror-Clowns geschmacklose Wiedergänger auf den Plan zu rufen, die ein groteskes Zerrbild vom Wirken jener Klinikclowns zeichnen, die alltäglich in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen oder Flüchtlingseinrichtungen Freude verbreiten und die Lebensqualität steigern. Auftakt zu diesem Unwesen ist in dieser Woche der Kinostart der Neuverfilmung des Stephen-King-Romans „Es“ (Trailer hier) mit der Inkarnation des abgrundtiefen Bösen, dem sadistischen Clown Pennywise. Die Klinik-Clowns Hamburg, die in diesem Jahr ihr 15-jähriges Bestehen feiern, sehen Andy Muschiettis Filmversion von „It“ mit äußerst gemischten Gefühlen, nicht nur vor dem Hintergrund der Übergriffe selbsternannter Gruselclowns aus dem vergangenen Jahr.

„Es macht mich zornig, dass die Arbeit unserer professionell im Dienste der Menschen arbeitenden Klinik-Clowns alljährlich durch die hässlichen Grinsefratzen diskreditiert wird“, sagt Kathrin Schnelle, Erste Vorsitzende des Vereins Klinik-Clowns Hamburg. „Der Film ‚Es‘ ist aus unserer Sicht unerträglich! Das Monster Pennywise hat ebenso wenig etwas mit der Profession unserer ositiv agierenden und zugewandten Humorbotschafter zu tun, wie Grusel Clowns, die mit Baseballschlägern und Kettensägen Kinder und Erwachsene buchstäblich zu Tode erschrecken. Aber sie prägen leider ein Zerrbild des Clowns, das unsere Arbeit nicht leichter macht“, so Schnelle.

Und der Hamburger Klinik-Clown Torsten Kiehne ergänzt: „Wir stellen das genaue Gegenteil dar zu solchen feigen Tätern, die sich hinter einer Maske verstecken. Als Klinikclowns bringen die positive Kraft der Anarchie dahin, wo oft Technik, Routine und Arbeitsvorgaben scheinbar allzu reibungslos funktionieren. In Kliniken, Seniorenheimen und medizinischen Institutionen helfen wir, Selbstheilungskräfte zu aktivieren und die Lebensqualität zu steigern. Eine Arbeit, die viel Empathie, Können, Selbstsicherheit und Fingerspitzengefühl erfordert. Eine Arbeit, deren Späße – bei reduzierter Clownsmaske und offenem Gesicht – nie auf Kosten anderer geschieht. Denn die oft geschwächten Menschen brauchen ein offenes Gesicht, Vertrauen, respektvolle Zuwendung und keine dicke Schicht Schminke.“

Der Verein Klinik-Clowns Hamburg e.V. wurde 2002 gegrü̈ndet und ist seit 2011 Mitglied Im Dachverband „Clowns in Medizin und Pflege Deutschland e.V.“ Im Geschäftsjahr 2016 hatten die 16 Hamburger Clowns ca. 1554 Einsätze. Zur Qualitä̈tssicherung zählen ein monatliches Training unter künstlerischer Leitung, regelmäßige Coachings sowie Workshops zur Erweiterung des Repertoires. Der Verein Klinik-Clowns Hamburg e. V. besteht aus rund 50 aktiven, ordentlichen und fördernden Mitgliedern. Der Verein finanziert sich ausschließlich durch Spenden und erhält keine öffentlichen Gelder.

Einen Auszug aus dem bundesweiten Medienecho finden Sie hier.

Wir zeigen natürlich Flagge und solidarisieren uns mit unserem ehemaligen Preisträger des HanseMerkur Preises für Kinderschutz: Echte Clowns sind halt einfach total sympathisch…

abteilung uk clowns
Aus der Unternehmenskommunikation (v. r. n. l.): Heinz-Gerhard Wilkens, Mia Holland, Eike Benn, Marie Mävers, Silke Hirschfeld

Weitere Informationen zum Verein unter http://klinik-clowns-hamburg.de/

 

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