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Ethik & Gesellschaft

Gewalt gegen Lehrer ist kein Einzelfall

Letzte Woche haben wir Ihnen einen Einblick zu dem Thema Gewalt an Schulen gegeben. Der Fokus lag auf dem Thema Mobbing, die psychische Gewalt die unter Schülern durch WhatsApp-Gruppen, Social Media und Internet Videos ausgeübt wird. Heute geht es um ein verwandtes Thema, aber auch um ein weitaus größeres Tabu – Gewalt an Lehrern.

Veröffentlicht von Marie Mävers am 25. Mai 2018

In der neuen repräsentativen forsa-Studie, herausgegeben von dem Lehrverband für Bildung und Erziehung (VBE),  wurden 1.200 Schulleiter aus ganz Deutschland zu dem Thema Gewalt gegen Lehrkräfte befragt. Das Ergebnis ist erschreckend.  Knapp die Hälfte der befragten Schulen gaben an, dass es in den vergangenen fünf Jahren Fälle von psychischer Gewalt gegenüber Lehrern gab. Ein Viertel der Befragten berichteten sogar von körperlicher Gewalt. Ein Drittel gab an, dem neuen Negativtrend Cyber-Mobbing zum Opfer gefallen zu sein. Nach 2016 rückt das Thema wieder in den Vordergrund. Vor anderthalb Jahren wurde bereits in einer Lehrkräftebefragung des VBE eine erste Studie zu dem Thema erhoben und damit langsam aus der „Tabuzone“ geholt. Immerhin dieser Fortschritt lässt sich mit Zahlen belegen. Waren 2016 noch 57 Prozent der Befragten der Meinung Gewalt gegen Lehrer sei ein Tabuthema, gaben es in der aktuellen Studie „nur“ noch 39 Prozent an.

Die Enttabuisierung schreitet voran, nicht aber das Gewaltproblem. Seit 2015 hat es einen massiven Anstieg von Gewalt an Lehrern gegeben. „Das Problem ist allerdings kein flächendeckendes, sondern konzentriert sich vor allem auf die Brennpunktschulen“, sagt Heinz-Peter Meidinger, Präsident des VBE. Da es vor allem aber an Hilfe für die betroffenen Lehrkräfte mangelt, fordert der VBE Investitionen in die Bildungsinfrastruktur, so dass Lehrkräfte durch Schulpsychologen, Schulsozialarbeiter und weitere Fachkräfte unterstützt werden.

Auch der ZDF-Beitrag „Gewalt gegen Lehrer“ von Dagmar Henning kommt zu dem Schluss: Gewalt gegen Lehrer ist kein Einzelfall mehr, sondern trauriger Alltag. Öffentliche Statistiken werden nicht erhoben und das Thema auf diese Weise wieder zurück in die Tabuzone gedrückt. Dabei ist Offenheit der erste Schritt zur Besserung. Mit positivem Beispiel geht die Refik-Veseli-Schule in Berlin-Kreuzberg voran. Schulsprecher informieren die Schulleitung über aktuelle Probleme, auf die dann zusammen mit den betroffenen Schülern und Lehrern in Teamsitzungen eingegangen wird. Der Dialog und die Klärung stehen im Vordergrund. In schweren Vorfällen greift die Schulleitung klar zu den Konsequenzen. Das bedeutet im schlimmsten Fall eine Strafanzeige. Dieses neue Konzept soll der sich negativ entwickelnden Gewaltspirale entgegenwirken.

Der VBE engagiert sich mit der forsa-Studie und den daraus resultierenden Ergebnissen und Forderungen dafür, dass ein Vorausgehen wie die Refik-Veseli-Schule kein Einzelfall mehr bleibt.

Hier können Sie die vollständige forsa-Studie des VBE einsehen.

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