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Beruf & Familie

Immer noch schlechte Noten für Hamburgs Krippen

Die Diskussionen um die Krippen und Kitas in Deutschland nehmen kein Ende. Waren es zuletzt die Kita-Plätze und Betreuungszeiten, hat eine neue Studie jetzt aufgedeckt, um wie viele Kinder sich ein Erzieher in Deutschland kümmern muss. Die Entwicklung der letzten Jahre ist positiv. Trotzdem müssen sich in Hamburg, Erzieher immer noch um mehr Kinder pro Kopf kümmern, als in anderen Bundesländern.

Veröffentlicht von Marie Mävers am 5. November 2018

Diese Ergebnisse gehen aus dem aktuellen Ranking der Bertelsmann-Stiftung hervor. Demnach kümmert sich in Hamburg eine Krippen-Fachkraft im Schnitt um 5,2 Kinder. Auf ganz Deutschland bezogen sind es durchschnittlich 4,3 Kinder. Positiv ist zu beachten, dass sich nicht nur deutschlandweit der Durchschnitt von März 2012 entwickelt hat.  Deutschlandweit waren es damals noch 4,8 Kindern pro Erzieher und in Hamburg 5,8 Kindern pro Erzieher.

Über die tatsächlichen Situationen in den Kitas sagen diese Zahlen allerdings nur bedingt etwas aus. Zu der normalen Betreuung kommen nämlich noch Elterngespräche, Absprachen untereinander und Vertretungen bei Krankheitsfällen von Erziehern hinzu.

Um speziell das Betreuungsangebot in Hamburg zu verbessern gibt es seit Anfang 2017 die Volksinitiative „Mehr Hände für Hamburgs Kitas“. Sie fordert deutlich mehr Personal und das sich der Personalschlüssel im Kita-Bereich auf 1:4 verbessert. Im Zuge der Online-Petition wurden bereits 30.000 Unterschriften gesammelt. Initiativen-Sprecherin Martina Jachenholz ist nach Verhandlungen mit SPD und Grünen mittlerweile zuversichtlich: „Hamburg wird wieder Vorreiter sein, was qualitativ gute Entwicklung in Kitas angeht.“ Die größte Herausforderung bleibt allerdings der Fachkräfte Mangel, beschreibt Grünen-Fraktionschef Anjes Tjarks die Verhandlungen und Fortschritte.

Fachkräftemangel beschreibt nicht nur in Hamburg die größte Herausforderung zur Verbesserung des Krippenschlüssels. In ganz Deutschland ist das eine Ursache des Problems. Deshalb wurden durch den Hamburger Senat jetzt Maßnahmen ergriffen, damit mehr junge Leute sich dazu entscheiden, Erzieher oder sozialpädagogischer Assistent zu werden. Leistungsstärkere können die Ausbildung verkürzen. Außerdem können Schüler mit erweitertem Hauptschulabschluss eine Ausbildung zur sozialpädagogischen Assistenz beginnen, wenn sie ein halbes Jahr länger lernen. Bei all diesen Maßnahmen muss gegeben sein, dass die Qualität der Ausbildung weiter im Vordergrund steht und nicht an dieser Stelle gespart wird. Außerdem sollte über die Vergütung des Berufs als Erzieher nachgedacht werden. Auch das hätte sicherlich positive Auswirkung für die Berufswahl junger Erwachsener. Denn Erzieher sind nicht nur Betreuer, sie sind auch Vorbilder und Lehrer für die jüngsten Mitglieder unserer Gesellschaft und können ihre Zukunft prägen.

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