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Ethik & Gesellschaft

Internationaler Tag für die Beseitigung von Armut

Bereits 1992 erklärte die Generalversammlung der Vereinten Nationen den 17. Oktober zum Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut. Der Tag verfolgt das Anliegen den notleidenden Menschen und sich engagierenden Organisationen Gehör zu verschaffen und ihren Widerstand zu würdigen. Adressat ist unsere ganze Gesellschaft und die politische Führung eines jeden Landes.

Veröffentlicht von Marie Mävers am 17. Oktober 2018

Armut bedeutet in unseren Gesellschaftskreisen der Mangel an lebenswichtigen Gütern wie Nahrung, Kleidung und Obdach. Der ehemalige Präsident der Weltbank, Robert Strange McNamara, geht in seiner Definition noch weiter und hat dazu den Begriff der absoluten Armut eingeführt, welchen er wie folgt definiert:
„Armut auf absolutem Niveau ist Leben am äußersten Rand der Existenz. Die absolut Armen sind Menschen, die unter schlimmen Entbehrungen und in einem Zustand von Verwahrlosung und Entwürdigung ums Überleben kämpfen, der unsere durch intellektuelle Phantasie und privilegierte Verhältnisse geprägte Vorstellungskraft übersteigt.“
Zahlen bestätigen diese aufklärenden Worte. 852 Millionen Menschen leiden weltweit an Hunger. Davon leben ungefähr 95 Prozent in Entwicklungsländern. Die Zahl von 5 Prozent wirkt klein, es handelt sich aber immer noch um rund 37 Millionen Menschen, die in einem scheinbar funktionierenden Sozialsystem, wie unserem, an Hunger leiden.

Das geht auch aus dem neuen Gutachten des Paritätischen Gesamtverbands, Dachverband sozialer Einrichtungen, hervor. 90 Prozent der Deutschen fürchten um den sozialen Zusammenhalt, ein Drittel macht sich deshalb sogar große Sorgen. Als Grund dafür sieht der Paritätische Gesamtverband die Ignoranz der Politik, dass soziale Ungleichgewicht in Deutschland zu verringern. Geringverdiener werden immer noch nicht genug in Bezug auf Kinder- und Schuldenbetreuung unterstützt. Noch immer arbeiten 20 Prozent der Beschäftigten in Deutschland im Niedriglohnbereich (10,50 Euro pro Stunde). Gleichzeitig wird nicht am Spitzensteuersatz gerüttelt. „Es fehlt an politischen Maßnahmen, die gezielt darauf gerichtet sind, gerade besonders von Einkommensarmut betroffene oder gefährdete Personengruppen zu unterstützen. Und es fehlt am politischen Willen, die bestehende Ungleichheit durch eine stärkere Besteuerung leistungsfähiger Bevölkerungsgruppen beseitigen zu helfen“, so Prof. Dr. Rolf Rosenbrock, Vorsitzender des Paritätischen Gesamtverbands. Für den Verband bildet der soziale Zusammenhalt die Basis für wirtschaftliche und gesellschaftliche Stabilität sowie den sozialen Frieden. Dieser Zusammenhalt ist nur gegeben, wenn angestrebt wird, dass sich um das Wohlergehen aller Mitglieder der Gesellschaft gekümmert wird und Ungleichheiten reduziert werden.

Die Ergebnisse des Jahresgutachtens sollte die Politik aufhorchen lassen und das nicht nur am Internationalen Tag für die Beseitigung von Armut.

Die detaillierten Ergebnisse des Jahresgutachtens des Paritätischen Gesamtverbands finden Sie hier.

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