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Kinderschutz

Justus radelt ganz allein

Drei Kinder mit Fahrrädern zu auszustatten ist für viele Familien schon eine Herausforderung – für Alleinerziehende allemal. Wenn eines der Kinder zusätzlich ein Handicap hat und deshalb ein spezielles – und leider auch unverhältnismäßig teures – Rad benötigt, scheint die Situation schier unmöglich. …wenn das Wörtchen „wenn“ nicht wär’…

Veröffentlicht von Silke Hirschfeld am 17. Juni 2020

Dass Justus überhaupt selbst radelt, ist gar nicht selbstverständlich. Dabei hat der Elfjährige einen so ausgeprägten Bewegungsdrang, wie man ihn bei Kindern mit Down Syndrom nur selten erlebt. Neben Fußball liebt er das Trampolin und tobt sich außerdem im Kurs „Spiel, Spaß, Sport“ aus. Im TV Schiefbahn – einem unserer Preisträger des HanseMerkur Preises für Kinderschutz – ist er deshalb besonders gut aufgehoben. Es ist noch gar nicht lange her, da hat er sogar in einem Workshop mit den Tänzerinnen und Tänzern des Bundesjugendballetts unter der Leitung von Kevin Haign getanzt! Wobei er dem WDR im Interview sagte, dass er kurz vor der Aufführung lieber buddeln gegangen wäre. Wir denken, es lag am Lampenfieber.

Petra und Stephan Adomeitis kümmern sich in der Integrativen Sportgruppe rührend um ihre Schützlinge mit und ohne Handicap. Gerade in den letzten Monaten, wo durch Corona auch der normale Sportbetrieb nicht möglich war, ging die Arbeit des engagierten Ehepaares weit über ihre eigentliche Vereinsarbeit hinaus. Sie behalten all ihre lieb gewonnenen Kids im Blick und bleiben mit den Familien im Austausch.

Justus lebt zusammen mit seinen beiden Schwestern Clara (9), Frieda (5) und Mama Ulrike. Eine große Herausforderung für die Alleinerziehende: drei Kinder und eines davon mit Handicap. Dinge, die eigentlich normal sein sollten, wie beispielsweise ein Ausflug mit dem Rad, sind für die kleine Familie unmöglich. Sie benötigen für Justus besonderes Equipment, in diesem Fall ein behindertengerechtes Dreirad, das aber nicht von der Krankenkasse übernommen wird.

Als Stephan Adomeitis uns fragte, ob wir eine Idee hätten, wie man hier unterstützen könnte, stand unser Entschluss schnell fest. Die Pandemie mit den begleitenden Maßnahmen hat auch die Pläne für unser – recht etabliertes – Engagement durcheinander gebracht. Diverse Veranstaltungen – angefangen von der klassischen Verleihung der HanseMerkur Preise für Kinderschutz im Hamburger Atrium – können in diesem Jahr nicht wie üblich stattfinden. Stattdessen schauen wir sehr genau auf unsere ehemaligen Preisträger, welche Herausforderungen sie in dieser schweren Zeit zu bewältigen haben und wo sie Unterstützung benötigen, beispielsweise durch Spendenaufrufe, Öffentlichkeitsarbeit, Sach-, Zeit- und manchmal auch Geldspenden.

So haben wir dafür gesorgt, dass Justus nun sein Fahrrad bekommt, denn sechs Wochen Sommerferien stehen an und drei Kinder wollen von einer Mama beschäftigt werden: „Es ist für mich so unglaublich, dass er jetzt fahren kann. Bisher war eine Fahrradtour mit allen zusammen einfach nicht möglich. Total schade, denn von unserem Wohnort aus kann man gleich ins Feld fahren und eine richtig nette Runde drehen. Unglaublich, wenn wir das jetzt einfach machen können, ein echtes Stück (für andere so normale) Freiheit“, schrieb uns Ulrike glücklich. „Das Foto von der Probefahrt sagt mehr als Tausend Worte!“

Was wir dazu sagen? Ganz klar: „Schöne Ferien und gute Fahrt, Justus!“

 

 

 

 

 

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