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Sport & Gesundheit

Kita-Ernährung – Sinn oder Unsinn?

Aus aktuellem Anlass steige ich kurz von der Insel in das Thema Kita- und Schul-Ernährung ein. Denn auch hier ist das Thema omnipräsent. Gerade gestern waren wir mit der Nationalmannschaft in London in einem der unzähligen Restaurants von Jamie Oliver. Dabei habe ich erfahren, dass Jamie Oliver erst bekannt wurde, weil er in der Sendung „Jamie’s School Dinners“ zeigte, wie schlecht es um die Kantinen in England bestellt ist. Mehr als 250.000 Menschen unterschrieben daraufhin die Online-Petition „Feed me better“ und er erreichte damit, dass der damalige Premierminister Tony Blair versprach, rund 417 Millionen Euro für die Verbesserung des Essens auszugeben.

Veröffentlicht von Marie Mävers am 24. Juli 2018

Sprung nach Deutschland. Jahrelang wurde hierzulande die gleiche Diskussion geführt. Der Nährstoffgehalt der Kita- und Schul-Ernährung stand in der Kritik. Fazit: zu ungesund.

Ähnlich wie in unserer Gesellschaft hat sich auch hier eine Trendwende vollzogen. Das Bewusstsein für gesunde Ernährung wächst. Insbesondere bei Eltern, weil sie für ihre Kinder nur das Beste wollen. Neue Wissenschaftserkenntnisse zu gesunder Ernährung gibt es wie Sand am Meer und sind für jeden über das Internet und Ratgeber aus der Buchhandlung zugänglich. Gefährlich wird es dann, wenn diese „Besserwisserei“ der Eltern die Arbeit in den Kitas erschwert. In den Kitas häufen sich die Situationen, dass Ernährungs-Extremisten das Kommando übernehmen und ihre Kinder von unzähligen Lebensmitteln fern halten wollen. In dem Beitrag der Welt wird diese Problematik thematisiert: „Schnitzel? Milch? Kakao? Rührei? Ja, aber nur wenn kein Fleisch, kein Ei und keine Milch drin sind. Tabu sind auch Wolldecken, Lederstühle oder sogar ein Besuch im Zoo.“ Eine Elterninitiative wird gegründet. „Veggie Kids“ setzt sich dafür ein, dass die Kinder davor bewahrt werden, aufgrund ihrer „Andersartigkeit“, der veganen Ernährung und Folgen, ausgeschlossen werden. Aus dieser Initiative heraus wurden bereits vegane Kitas und vegane Einrichtungen für Kinder über drei Jahren realisiert.

Die strikte vegane Ernährung, eine Lebenseinstellung, die Eltern ihren Kindern vorgeben, birgt aber leider große Gefahren. Denn aus diesen Extremen hat sich längst ein Gesundheitsrisiko entwickelt. „Zwischen Kinderfürsorge und Kindervernachlässigung liegt nur ein kleiner Schritt“, sagt Ernährungsexpertin Mathilde Kersting. Sie leitet das Forschungsinstitut für Kinderernährung an der Universität Bochum. Die vegane Ernährung führt schlussendlich zu einer Mangelernährung der Kinder. Die Entwicklung des Gehirns ist dadurch sehr gefährdet. Aus diesem Grund rät auch der Berufsverband für Kinder und Jugendliche von veganer Ernährung für Kinder ab. Empfehlenswert sei es, sich auf jeden Fall mit dem behandelnden Kinderarzt abzustimmen und auch regelmäßig die Blutwerte der Kinder kontrollieren zu lassen, rät Kersting weiter.

Es war nie einfacher seine Kinder gesund zu ernähren und auch das Bewusstsein für ausreichend gesundes, unbehandeltes Gemüse ist eine absolut positive Eigenschaft des vegangen Trends. Doch ebenso wie uns Erwachsenen radikale Verzichte gut tun, hat es bei unseren Kindern sogar gesundheitliche Folgen.

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