Achtung: Neue Bewerbungsfrist!

Bewerben Sie sich schon jetzt für den HanseMerkur Preis für Kinderschutz 2019. Die Bewerbungsfrist endet am 31. August 2019. Weitere Informationen finden Sie hier.

Umwelt & Nachhaltigkeit

Make The Planet Greta Again!

Weltweit streiken heute Schüler und Studenten für den Klimaschutz. Es soll international die bislang machtvollste Aktion seit Beginn der wöchentlichen Kundgebungen der #FridaysForFuture-Bewegung werden, die am 1. März in Hamburg tausende junge Menschen mobilisierte, die mit ihrem Idol, der schwedischen Klima-Aktivistin Greta Thudberg (16) vom Gänsemarkt bis zum Rathaus zogen. Marie Mävers und ich haben Gretas erstmaligen Auftritt in Deutschland nach Stationen in Brüssel, Paris und Antwerpen beobachtet. Die Fotos machte Wolfgang Köhler.

Veröffentlicht von Heinz-Gerhard Wilkens am 15. März 2019

Ob es daran lag, dass es der letzte Tag vor den Hamburger Skiferien war oder dass die Verehrung der Schülerinnen und Schüler für ihr Idol Greta keine Grenzen kennt, sei dahingestellt. Auch, ob es 3.500 (Polizeischätzung) oder nach Angaben der Veranstalter 10.000 Demonstranten waren. Tatsache ist: Greta hatte in der französischen Hauptstadt nur 1.000 Schüler aktivieren können. Dafür waren dort die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo und die Schauspielerin Juliette Binoche mit auf der Straße. In Hamburg wagte kein Senatsmitglied die wenigen Schritte zum Kundgebungsort.

Dafür war das Medienangebot überwältigend. Alle Nachrichtensender hatten Teams entsandt, um über die bisher größte Veranstaltung der #FridaysForFutureBewegung für Kohlausstieg, Klimaschutzgesetz und Verkehrswende zu berichten. Motto: „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr unsere Zukunft klaut.“ Die selbstgemalten Transparente und Schilder Marke Eigenbau der Generation Z wahrten die Balance zwischen Humor und Ernsthaftigkeit: „Die Dinos dachten auch, sie hätten noch Zeit“; „Time is running out“; „Warum lernen ohne Zukunft?“; „Ihr geht mit der Welt um, als gäbe es kein Morgen“; Emissionshandel = Ablasshandel“; „We like bees, no SUVs“; „Fehlstunden verkraftet man, Klimawandel eher nicht so“.

Es ist ein bunter und friedlicher Protest von Schulschwänzern, die sich – ebenso wie Greta Thunberg  – großer Verachtung oder wohlwollender Sympathie gegenüber sehen. Und die so im Rahmen der demokratischen Willensbildung die Erfahrung machen, dass klare Kante auch Gegenreaktionen hervorrufen kann. Hier seiner Überzeugung treu zu bleiben und das Ziel beharrlich weiter zu verfolgen, fördert auch den Prozess des Erwachsenwerdens. „Unser schlechtes Gewissen“, titelte die „Hamburger Morgenpost“ ihre Geschichte rund um den bislang größten Schul-Klimastreik in der Hansestadt mit einem Foto von Greta, die zum Superstar der jungen Klimaaktivisten avanciert ist. Als sie über zwei Stunden nach Demonstrationsbeginn ihre leise Stimme erhebt, verkündet sie eine klare und entschlossene Botschaft: „Wir sind wütend, weil die älteren Generationen unsere Zukunft stehlen. Aber wir werden es nicht zulassen, dass sie es weiter tun.“ Und mit Blick auf die Diskussion rund um die Legitimität der freitäglichen Schulstreiks sagt sie: „We have done our homework and they not“.

Auf der Kundgebung erhebt auch Klimaforscher Prof. Dr. Mojib Latif das Wort und zeigt sich begeistert ob der vielen jungen Demonstranten auf dem Rathausmarkt: „Ich bin überwältigt. Es wird wirklich höchste Zeit für den Klimaschutz. Die Pole schmelzen, die Wetterextreme nehmen zu. Ich setze auf Euch Schüler und hoffe, dass wir es gemeinsam hinbekommen. Wenn der Druck von unten nicht kommt, wird oben nichts passieren.“ Und dann verweist er auf den schwedischen Chemie-Nobelpreisträger Svante Arrhenius, der sagte schon vor über 100 Jahren eine globale Erwärmung voraus, nachdem er die Temperaturerhöhung berechnet hatte, die sich aufgrund einer Veränderung der CO2-Konzentration ergibt. Greta Thunberg ist eine Nachfahrin dieses Wissenschaftlers. Vielleicht schließt sich hier ja ein Kreis zum Guten.

Mittlerweile gab es auch Ermutigung durch das Staatsoberhaupt. Frank-Walter Steinmeier stand noch unter dem Eindruck seines kürzlichen Besuchs auf den Galapagos-Inseln, wo Berge von Plastikmüll im Wasser trieben, als er am 8. März Schülern einer Neumünsteraner „Fridays For Future“-Demo zurief: „Es ist wichtig, dass Ihr Euch zu diesem Thema meldet und immer wieder darauf aufmerksam macht, dass wir was tun. Wir brauchen junge Menschen wie Euch, die sich einmischen.“

 

 

Greta bei ihrer Ansprache auf dem Rathausmarkt
Foto: Wolfgang Köhler
Vorher lief sie in der Menge demonstrierender Schulkinder mit
Foto: Wolfgang Köhler
Foto: Wolfgang Köhler
Foto: Wolfgang Köhler
Foto: Wolfgang Köhler
Foto: Wolfgang Köhler
Prof. Dr. Mojib Latif
Foto: Wolfgang Köhler
Foto: Wolfgang Köhler

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

*