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Ethik & Gesellschaft

Mit Sicherheit gut ankommen

Der Höhepunkt der Flüchtlingswelle ist abgeklungen. Umso aktueller sind die Folgen. In den kommenden Jahren wird es darum gehen, die Flüchtlinge in unsere Gesellschaft zu integrieren und das nicht nur durch Vorgaben und Maßnahmen aus den Bundes- und Landesregierungen.

Veröffentlicht von Marie Mävers am 21. Mai 2019

Wie schwierig Integration ist, unterstreichen auch aktuelle Zahlen aus dem Lagebild „Kriminalität im Kontext der Zuwanderung“ des Bundeskriminalamts (BKA). Sie zeigen auf, dass die Straftaten bei denen ein Zuwanderer tatverdächtig war, im Vergleich zu 2017, um sieben Prozent gestiegen sind. Umgekehrt listetet das BKA auch die Zahlen auf, bei denen Flüchtlinge oder Asylbewerber Opfer einer Straftat wurden, bei denen ein Deutscher als tatverdächtig ermittelt wurde. Ein Anstieg um 24 Prozent, im Vergleich zum Vorjahr, ist dabei mehr als erschreckend. Denn Fakt ist, dass die Gewalt an Zuwanderern viel seltener publiziert wird, als umgekehrt. Geht es um Straftaten, insbesondere um Sexualdelikte, liegt der öffentlichen Meinung nicht fern, einen Zuwanderer als Täter zu vermuten.

Umso wichtiger ist es, die Gesellschaft für das Thema Integration zu sensibilisieren und zur Mithilfe zu animieren. Outlaw. die Stiftung setzt sich seit 2012 mit unterschiedlichen Projekten für die Umsetzung der UN Kinderrechtskonvention von 1990 ein. Dazu gehören die bundesweite Organisation von Kinderrechtskongressen und Fachveranstaltungen in unterschiedlichen Städten. Zum Teil werden in die Projekte und Veranstaltungen auch betroffene Kinder und Jugendliche integriert.

Mit dem sozial-kulturellen Schiffsprojekt „Mit Sicherheit gut ankommen“ verfolgt die Stiftung das Anliegen, bei den fortwährenden Diskussionen um das Thema Flucht und Migration, ein deutliches Zeichen zu setzen. Der Fokus liegt dabei auf Frauen, Kindern und Familien, da sie in dieser Phase zu den Schwächsten zählen.

Den Kern des Projekts bildete die Reise von zwei Schiffen mit mehreren Stationen in Hafenstädten entlang der deutschen Nordseeküste und kreuz und quer durch Deutschland über Flüsse und Kanäle, im Zeitraum vom 28. Juli bis 01. Oktober 2017. Auf den Schiffen befanden sich dabei mehr als 80 Kupferfiguren des dänischen Künstlers Jens Galschiot.

Die Route mit der „M/S Anton“ und die Weiterfahrt mit der „Al-hadj Djumaa“, da das erste Schiff für die Flüsse und Kanäle zu groß war.

Ziel des Projekts war es, mit diesem „Hingucker“ und mit den begleitenden Veranstaltungen und Aktionen entlang der Route Gelegenheiten zu bieten, sich mit dem Thema Flucht und Migration auf eine andere Weise als gewohnt auseinander zu setzen. Als inhaltliche Grundlage für das Projekt diente die Norderney Erklärung von 2016. Auf Einladung der Stiftung haben ca. 50 Experten mit verschiedenen Zugängen zum Thema Flucht und Migration mit ihrem Fachwissen zur Erklärung beigetragen. In dieser werden die Kernpositionen zum Thema Flucht und Migration formuliert, die sowohl grundsätzlicher Natur sind, als sich auch auf die Rolle der Kinder- und Jugendhilfe beziehen. Auf vielfältige Weise ist das Projekt grenzüberschreitend miteinander verwoben. Kunst aus Dänemark, ein Flüchtlingsschiff aus Nordafrika, das nun in den Niederlanden beheimatet ist, und natürlich die einzelnen Stationen in Deutschland, die alle eng mit der Arbeit von Outlaw die Stiftung in der Kinder- und Jugendhilfe und der Umsetzung von Kinderrechten verbunden sind. Außerdem ist durch die Entstehung eines begleitenden Buches „Dokumentation einer Reise“ und dem dazugehörigen Film, nachhaltig ein deutliches Zeichen gesetzt worden.

Insbesondere die medialen Dokumentationen des Schiffsprojektes liefern beeindruckende Einblicke in die Reise und zeigen auf, wie viele Freiwillige an dem Projekt mitgewirkt haben. Wenn so viele Menschen ein Projekt auf diese Weise fasziniert und sie es unterstützen, dann wird Öffentlichkeitsarbeit zum größten Sensibilisierungs-Tool.

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