Achtung: Neue Bewerbungsfrist!

Bewerben Sie sich schon jetzt für den HanseMerkur Preis für Kinderschutz 2019. Die Bewerbungsfrist endet am 31. August 2019. Weitere Informationen finden Sie hier.

Ethik & Gesellschaft

Offroad mit dem Rollstuhl

Raffinierte Technik und Technologien wirken sich auch positiv auf die Entwicklung von neuen Rollstühlen aus. Schon längst ist der Rollstuhl kein einfaches Gefährt mehr. Der Freizeitbranche gelingt es sogar, den Rollstuhl in unterschiedlichen Varianten, auch für Menschen ohne Behinderung attraktiv zu machen. 

Veröffentlicht von Marie Mävers am 2. November 2018

Zu Wasser, zu Lande und in der Luft ist sie unterwegs. Die Rede ist von der britischen Performance Künstlerin Sue Austin. Sie beweist, dass ein Handicap noch lange nicht bedeutet Grenzen zu haben. Sie ist nur ein Beispiel dafür, was sich gerade in der Rollstuhlbranche tut. Schon lange gilt der Rollstuhl nicht mehr ausschließlich als Hilfsmittel zur Mobilität. Die Branche versucht sich Dank neuer Technik in der Freizeitbranche und eröffnet so Menschen mit Handicap ganz neue Möglichkeiten, berichtet Die Welt Kompakt. Im Naturpark Dümmer lassen sich geländegängige Elektrorollstühle mieten. Mit diesen Rollstühlen geht es problemlos über Stock und Stein. Auch am Heidesee in Holdorf lässt sich dieser technische Fortschritt beobachten. In einem Amphibienrollstuhl mit Ballonreifen, können auch Menschen mit Handicap im Wasser schwimmen. Produktmanager Boris Zellner vom Prothesenhersteller Otto Bock überrascht diese positive Entwicklung nicht: „Der Rollstuhl wird heute nicht mehr versteckt – man zeigt ihn, das ist ein Trend.“ Dieser Trend drückt sich auch in den Besucherzahlen aus. Es sind nämlich längst nicht nur Rollstuhlfahrer, die verschiedenste Angebote nutzen, auch Menschen ohne Behinderung wollen die neuartigen Gefährte ausprobieren.

Die zurzeit neuartigste Idee geht mit dem aktuellen Stand-up-Paddling-Trend (SUP) einher. Zwar sind die Bretter für Rollstuhlfahrer mit zwei Meter Breite und fünf Meter Länge, größer als die gängigen SUP’s, die Idee ist aber die gleiche. Rollstuhlfahrer können sogar mit ihrem eigenen Rollstuhl einfach auf die Boards fahren und werden dort individuell befestigt. Zur Sicherheit sind noch weitere Personen mit auf dem Board, die aber nicht fürs Vorankommen sorgen. Dieses weltweit erste Projekt kann im SUP & Outdoor Verein Lüneburg ausprobiert werden. Unterstützt wird dieses Projekt von der Aktion Mensch, der DLRG und der Lebenshilfe. Auch auf er Hamburger Außenalster wurden schon Boards dieser Art gesichtet. Anna Weber aus Hamburg ist begeistert: „Es ist ganz schön anstrengend, aber es ist ganz anders als im Rollstuhl zu fahren. Das ist ein bisschen wie fliegen.“

Ein Ende der technischen Entwicklungen ist in der heutigen Zeit in keinem Bereich abzusehen, dann wohl auch nicht in der Rollstuhlbranche. Auch deshalb verwundert Alexander Gort vom deutschen Rollstuhl-Sportverband in Hamburg die Anfrage nicht, ob man mit dem Rollstuhl auch Surfen kann.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

*