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Sport & Gesundheit

Onlinespielsucht, eine anerkannte Krankheit

Krankheiten in Folge des erhöhten Medienkonsums unserer Zeit sind die traurige, wenn auch logische Wahrheit. Neben Smartphone und TV ist vor allem der Computer, durch Online-Spiele und erschreckend wirkliche Computer-Welten, zu einem Device mit noch höherem Suchtpotential geworden.

Veröffentlicht von Marie Mävers am 4. Juli 2018

Ausnahmen bestätigen die Regel. Ein 24-Jähriger in Shanghai etwa, der 19 Stunden bei „World of Warcraft“ online war und dann einfach tot umfiel. Oder ein 35-Jähriger Mann in Virginia Beach, USA, der nach einem „World of Tanks“-Marathon starb. Es sind Extremfälle, aber die Ausnahme bleiben sie dennoch nicht, wenn hier nicht eingegriffen wird. Diesem Aufruf der Ärzte ist die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nun gefolgt und erkennt Onlinespielsucht „Gaming“ als Krankheit an.

„Von Handy-Sucht bis Social-Media-Depression wäre vieles als eigenständige Medien-Krankheit denkbar. In der Folge wären zahlreiche Kinder, Jugendliche und Erwachsene qua Definition von heute auf morgen therapiebedürftig.“, ätzte der Kommunikationswissenschaftler Thorsten Quandt sarkastisch gegenüber dem Hamburger Abendblatt. Die genaue Definition, damit es eben nicht zu diesen Missverständnissen kommt, erklärt Vladimir Poznyak vom WHO-Programm für Suchtmittelmissbrauch: „Spielsüchtig ist jemand, der Freunde und Familie vernachlässigt, der keinen normalen Schlafrhythmus mehr hat, sich wegen des ständigen Spielens schlecht ernährt oder sportliche Aktivitäten sausen lässt. Dem Spieler macht es auch keinen Spaß mehr, aber er kommt nicht davon los.“

Nach Angaben des Game Verbands spielen in Deutschland 34,1 Millionen Menschen Computer- und Videospiele. Das sind 46 Prozent der Gesamtbevölkerung. 14,3 Millionen sind unter 30 Jahren alt. Bei dieser großen Anzahl an Gamern geht es neben der Anerkennung der Krankheit nun vor allem um die Vorsorge. Elternratgeber der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK), die unter anderem Altersfreigaben für Spiele macht, sollen die Eltern unterstützen. Auch Hersteller gehen teilweise selbst schon gegen grenzenloses Gaming vor, indem Spielfiguren nach einer bestimmten Zeit ermüden und Aktionen sich automatisch verlangsamen. Ein weiteres Tool: mit fortschreitender Spielzeit können immer weniger Belohnungen erspielt werden.

Die Versicherungswirtschaft Heute beschäftigt sich ebenfalls mit dem aktuellen Thema, kommt aber zu dem Schluss, dass Gaming als Krankheit keine Auswirkungen auf den Versicherungsschutz in der Privaten Krankenversicherung hat. Laut Musterbedingungen der Krankheitskostenversicherung (MB/KK 2009) besteht für Entziehungsmaßnahmen einschließlich Entziehungskuren keine Leistungspflicht. Das würde auch die Suchtentwöhnung der Onlinespielsucht  mit einschließen. Den Versicherungsschutz tarifindividuell auf die Suchtentwöhnung auszuweiten, bleibt aber natürlich dem jeweiligen Versicherer selbst überlassen.

 

Anlaufstellen für Beratung und Hilfe: 

Beim Fachverband für Medienabhängigkeit finden Betroffene und Angehörige Anlaufstellen in ihrer Region und können sich beraten lassen.

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