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Kinderschutz

Mobbingpräventation an Schulen

Mobbing an Schulen ist leider ein allgegenwärtiges Thema. Mit den Veränderungen unserer Zeit ist eine weitere Abart, das Cybermobbing, hinzugekommen. Mobben mit Hilfe des Internets. Cybermobbing – die digitalen Hassattacken gehen noch leichter von der Hand, denn über Whatsapp-Gruppen, Chat-Räumen und Internet-Videos gibt es zwischen Täter und Opfer noch nicht mal mehr einen persönlichen Kontakt. Diese Hemmschwelle und das bewusste Erfahren der Reaktion des Opfers gehen verloren. Die Face-to-Face Situationen auf dem Schulhof werden zur Seltenheit.

Veröffentlicht von Marie Mävers am 16. Mai 2018

Das Smartphone-Zeitalter ist für unsere heutige Jugend selbstverständlich, sie sind damit aufgewachsen. Millionen Teeanger nutzen tagtäglich die sozialen Netzwerke und wetteifern um die meisten „Likes“, die wichtigste Währung. Nach Studien sind in Deutschland 1,4 Millionen Schüler von Cybermobbing betroffen. Ein Grund mehr warum dem Cybermobbing in Schulen mehr Beachtung geschenkt werden sollte.

Auch die neue Familienministerin Franziska Giffey reagiert auf das aktuelle Thema: „Wichtig sei eine Mischung aus Prävention und Repression an den Schulen“. Ihr Plan ist es, 170 Anti-Mobbing-Profis in deutsche Klassen zu schicken, um die Anfänge von Mobbing früh zu erkennen und anzugehen. Eine weitere wichtige Form der Prävention ist auch die Integration in Kitas und an Schulen. Denn Antisemitismus ist eine der häufigsten Ursachen von Mobbing. In der Pflicht sieht Giffey aber nicht nur die Lehrer und unterstützenden Anti-Mobbing-Profis. Grundsätzlich muss jeder Bürger etwas tun und sich zivilgesellschaftlich engagieren. „Manchmal fängt Engagement damit an, dass man seine Nachbarn grüßt. Denn das Gespräch ist die Basis des Friedens.“

Profi auf diesem Gebiet ist auch der Anti-Gewalt Coach Carsten Stahl. Er sieht ebenfalls die Wichtigkeit darin, offen mit dem Thema umzugehen. „Bemerken Kinder, dass jemand sie zum Mobbingopfer degradieren will, müssen sie in der Lage sein, sich Hilfe zu holen.“ Offenheit ist also der erste und wichtigste Schritt zur Prävention.

Eine beeindruckende und gleichzeitig traurige Geschichte hat der 13-Jährige Lukas Pohland zu berichten. Auch er ist zum Mobbing Opfer geworden und das nur, weil er einer Mitschülerin helfen wollte, die digitale Hassattacken erfahren musste. Leider gab es bei ihm an der Schule nicht die Hilfe, die er gebraucht hätte. Vorbildlich war seine Reaktion. Gemeinsam mit der Cyberpsychologin Dr. Catarina Katzer hat er eine Hotline für Cybermobbingopfer gegründet. Am Apparat ist er selbst. Wenn das Engagement zur Mobbing-Bekämpfung schon bei den Schülern anfängt, besteht große Hoffnung.

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