NEU! Blog abonnieren

Erhalten Sie automatisch unsere aktuellen Beiträge mit der Abo-Funktion. Einfach hier anmelden.

Umwelt & Nachhaltigkeit

Ressourcenverbrauch von 1,7 Erden

Wenn das Budget der Natur für dieses Jahr bereits am 1. August aufgebraucht ist, dann gibt das zu denken. Der „Earth Overshoot Day“ liegt 2018 so früh wie nie zuvor, ist gegenüber dem Vorjahr um weitere sechs Tage nach vorne gerutscht.

Veröffentlicht von Heinz-Gerhard Wilkens am 6. August 2018

Bereits fünf Monate vor Jahresende beginnt die Weltbevölkerung mit dem Raubbau an Acker- und Weideland, Fischgründen und Wald und damit an Ressourcen, welche die Erde innerhalb eines Jahres nicht mehr regenerieren kann. Ab sofort werden mehr CO²-Emissionen produziert als Wälder und Ozeane aufnehmen können. Global bedeutet dies: wir bräuchten eigentlich 1,7 Erden, um den globalen Raubbau an Rohstoffen nachhaltig zu decken.

Dabei gibt es je nach Land große Unterschiede beim ökologischen Fußabdruck. Deutschland hatte seinen National Overshoot Day  bereits am 2. Mai 2018 erreicht. Wir bräuchten also drei Erden, würde die gesamte Menschheit so wirtschaften wie wir. Strom, Verkehr und industrielle Landwirtschaft sind die Treiber für die Erdüberlastung. Dabei kann jeder Einzelne seinen Beitrag leisten. Würde etwa die Lebensmittelverschwendung halbiert – jeder Deutsche wirft jährlich 85 Kilogramm Nahrungsmittel weg – so ließe sich der Erdüberlastungstag um elf Tage nach hinten schieben. Bei einer weltweiten Reduktion der Kohlenutzung kämen weitere 93 Tage hinzu. Übrigens: vor zehn Jahren lag der Earth Overshoot Day noch im September; Mitte der Achtziger Jahre sogar im Dezember.

Die Forschungsorganisation Global Footprint Network  berechnet seit 2003 den globalen Überlastungstag anhand von Zahlen der Vereinten Nationen. Es sind 15.000 Datenpunkte pro Land und Jahr, die in das Ergebnis einfließen. „Unser Planet ist endlich, aber unsere Möglichkeiten sind es nicht. Innerhalb des Ressourcenbudgets unseres Planeten zu leben ist nicht nur technologisch machbar, sondern auch finanziell von Vorteil. Es ist unsere einzige Chance für eine blühende Zukunft, sagt Dr. Mathis Wackernagel, CEO von Global Footprint Network und Erfinder des ökologischen Fußabdrucks.

Foto von Wolfgang Köhler: Mojib Latif, Klimaforscher

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

*