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Ethik & Gesellschaft

Sinnflu…was?

Sogenannte „Influencer“ sind insbesondere auf Instagram schon seit längerer Zeit auf dem Vormarsch und haben durch die Kooperationen mit verschiedenen Unternehmen völlig neue berufliche Möglichkeiten geschaffen. Doch Influencer ist nicht gleich Influencer, denn jeder hat seine passende Nische.

Veröffentlicht von Anna-Katharina Haag am 13. September 2019

Da gibt es beispielsweise die Beautyfraktion, die neue Schönheitsprodukte testet und vorstellt. Oder die Gesundheitsgemeinde, deren Lebensmittelpunkt sich um Ernährung und Sport dreht. Nicht zu vergessen die Reiselustigen, die anscheinend jeden Tag an einem anderen Ort sind und ihre Follower daran teilhaben lassen. Viele leisten sich diesen Lebensstil durch bezahlte Partnerschaften und Werbung und halten hier und da mal ein paar Marken in die Kamera. Ob sie wirklich hinter den Produkten stehen ist fraglich. Doch so langsam gewinnt eine neue Bewegung mehr und mehr an Bedeutung. Viele Influencer haben sich in der Vergangenheit umorientiert und versuchen ihrer Community Inhalte mit mehr Substanz zu bieten.

Die neue Welle der „Sinnfluencer“ beschäftigt sich beispielsweise mit Themen wie Nachhaltigkeit, Beziehungen, Psychologie oder Bodypositivity. Sie verbreiten also weitestgehend Inhalte, die einen Sinn haben und stellen sich schwierigen Themen und auch Diskussionen mit ihren Followern. Daher auch der Name Sinnfluencer, denn ihnen geht es nicht mehr nur darum mit Instagram und Co Geld zu verdienen, sondern sie sehen durch ihre Reichweite die Möglichkeit ihren Followern neue Denkrichtungen aufzuzeigen. Oftmals stehen hierbei eigene Lebensentscheidungen oder Erfahrungen im Vordergrund, die die Sinnfluencer mit ihren Followern teilen und anhand von Bildern oder Videos dokumentieren. Und natürlich müssen sie irgendwie ihren Lebensunterhalt verdienen und werben für neue Produkte. Doch auch hier gilt: alles mit Sinn und Verstand. Klar wird es hier kritische Stimmen geben, die sich fragen, ob man sich eine Zahnbürste aus Holz dauerhaft leisten kann und möchte. Aber sie zeigen uns zumindest eine Alternative auf und stehen hinter diesen Produkten. Doch für diese Bemühungen gibt es nicht nur positive Rückmeldungen.

Eine Vielzahl der Sinnfluencer muss sich regelmäßig mit einem sogenannten Shitstorm auseinander setzten. Hierbei handelt es sich um eine Vielzahl kritischer Kommentare von Followern, die selten ein Blatt vor den Mund nehmen. Auslöser sind häufig Kleinigkeiten wie beispielsweise die Verwendung von Plastik obwohl der Account des Sinnfluencers für Nachhaltigkeit steht. Oder die wahnwitzige Vorstellung, dass jemand Geld für ein eigens konzipiertes psychologisches Seminar verlangt. In der Anonymität des Internets werden viele Follower dann dazu verleitet diesen Menschen ihren Hass und Unmut entgegen zu schleudern. Dabei haben die Sinnfluencer viel zu sagen und stehen für einen ganz neuen Umgang mit den sozialen Medien. Viele engagieren sich politisch, setzen sich für den Tier- und Umweltschutz ein, befreien die Strände zusammen mit ihren Followern von Müll und versuchen die Welt und unseren Umgang miteinander einfach ein Stück weit zu verbessern. Dass es sich hierbei auch nur um ganz normale Menschen mit normalen Problemen handelt, wird leicht vergessen. Bleibt nur zu hoffen, dass sich die Sinnfluencer nicht wieder zurückziehen und auch weiterhin dafür sorgen, dass nachfolgende Generationen nicht nur von einem unerreichbaren Schönheits- und Lebensideal beeinflusst werden, sondern sich auch mit den ernsteren Themen des Lebens auseinandersetzen.

Die zehn Sinnfluencer die Sie kennen sollten finden Sie hier.

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