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Ethik & Gesellschaft

Soziales Engagement muss attraktiv gemacht werden

Seit der Aussetzung der Wehrpflicht wird von Politikern an alternativen Programmen für Schulabgänger und Absolventen gearbeitet. Die Idee dahinter ist, die jungen Erwachsenen dazu bewegen sich sozial zu engagieren und so die vielen fehlenden Arbeitskräfte in den sozialen Berufen auszugleichen.

Veröffentlicht von Marie Mävers am 11. Januar 2019

Neben dem freiwilligen Wehrdienst können junge Menschen im Alter bis zu 27 Jahren ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ), ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) oder den Internationalen Jugendfreiwilligendienst (IJFD) bzw. Bundesfreiwilligendienst (BFD) absolvieren. Es bietet ihnen die Möglichkeit sich nach der Schule zu orientieren und dabei zugleich Anderen etwas Gutes zu tun. Derzeit absolvieren jährlich rund 83.000 junge Menschen einen Freiwilligendienst in Deutschland. Rund 53.000 entscheiden sich für ein FSJ, 3000 für ein FÖJ und rund 27.000 für den Bundes- oder internationalen Jugendfreiwilligendienst. Bisher war der Freiwilligendienst allerdings eher eine elitäre Veranstaltung mit sehr hoher Abiturientenquote, bestätigt auch der Bundessprecher des FÖJ, Louis Düwell.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) ist der Meinung, dass man den Freiwilligendienst für alle attraktiver machen müsste und damit bis zu 120.000 Freiwillige dazu gewinnen könnte. Ein großes Potential, das sie hofft durch die Verbesserung der Rahmenbedingungen der Freiwilligendienste zu erreichen. Ihrer Meinung nach sollten jungen Menschen nach der Schule nicht zu einem Jahr Dienst der Allgemeinheit verpflichtet werden. Sie strebt an, die Freiwilligensdienste so auszubauen, dass sie für Jugendliche attraktiver werden und sie sich aus freien Stücken engagieren. Ihr Konzept für das Jugendfreiwilligenjahr ist damit ein SPD-Gegenentwurf zu dem Konzept der allgemeinen Dienstpflicht von der CDU-Bundesvorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer.

„Wir wollen ein Modell, das davon lebt, dass Menschen aus Überzeugung etwas tun, nicht weil sie dazu verpflichtet werden. Dazu gehört auch, dass man sich den Dienst an der Allgemeinheit finanziell überhaupt leisten kann“, erklärt Giffey. Momentan sind die jungen Freiwilligen nämlich zum Großteil Abiturienten und kommen aus einkommensstärkeren Familien. Ein Hauptgrund dafür ist die Bezahlung, die nicht mehr als eine Anerkennung ist. Denn die Freiwilligen können derzeit für den Bundesfreiwilligendienst, das Freiwillige Soziale Jahr und das Freiwillige Ökologische Jahr nur mit einem Taschengeld von etwa 180 bis 391 Euro pro Monat rechnen. Momentan wird ausschließlich der Bundesfreiwilligendienst finanziell vom Bund gefördert, FSJ und FÖJ sind Ländersache. Das möchte Giffey mit ihrem Konzept zum Jugendfreiwilligenjahr ändern und ein einheitliches Freiwilligengeld von 402 Euro pro Monat einrichten. Außerdem soll der Bund die Sozialversicherungsbeiträge sowie einen Zuschuss zum öffentlichen Nahverkehr zahlen. Auch der Abschluss des Jugendfreiwilligenjahrs soll mit einem Zertifikat honoriert werden. Damit erhalten die jungen Erwachsenen Bonusregelungen bei der Berechnung der Wartezeit auf einen Studienplatz, eine Anerkennung der Freiwilligenzeit als Pflichtpraktikum in der Ausbildung oder einen bevorzugten Zugang zum öffentlichen Dienst.

Für ein gelungenes Konzept hält das auch Tammo Kratzin, der gerade ein FSJ  im Bereich Jugendbeteiligung ableistet. Insbesondere das höhere Taschengeld begrüßt er und trifft damit den Nagel, besser gesagt das Problem, auf den Kopf. Soziales Engagement muss nicht nur für junge Menschen, sondern für alle höher honoriert werden. Dabei geht es nicht nur um Attraktivität, sondern vor allem um die Anerkennung der harten Arbeit.

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