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Kinderschutz

Starkmachen für die Kleinsten in der Gesellschaft

Nach aktuellen Schätzungen sind rund 152 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren weltweit von Kinderarbeit betroffen. Trauriger Spitzenreiter ist der afrikanische Raum, dicht gefolgt von Asien und dem Nahen Osten. Das sind 11,5 mal so viele Kinder und Jugendliche wie in Deutschland leben. Ihnen wird der Zugang zu Bildung teilweise oder ganz verwehrt und ein Ausweg aus dem Teufelskreislauf, der die Zukunft der Kinder maßgeblich beeinflusst, scheint unmöglich.

Veröffentlicht von Pia Kracke am 12. Juni 2019

„Pia räumst du bitte dein Zimmer auf!“, „Bringst du bitte den Müll raus!“ oder „Kannst du bitte die Geschirrspülmaschine ausräumen?“ – diese oder ähnliche Sätze kennt vermutlich jeder aus seiner Kindheit und es werden sofort bestimmte Gefühle frei. Ich habe mich immer gefragt: „Warum ich?“, „ Warum darf ich für diesen kurzen Zeitraum meine Freizeit nicht selbst gestalten, sondern muss das Geschirr der ganzen Familie ausräumen?“.

Im Nachhinein vielleicht ein wenig theatralisch wenn man bedenkt, dass noch heute 152 Millionen Kinder und Jugendliche überhaupt keine Freizeit haben. Ein Drittel, also 50,5 Millionen Kinder, arbeitet Vollzeit, also ohne jegliche Schulbildung. Die anderen knapp 102 Millionen Kinder und Jugendliche arbeiten neben ihrem Schulalltag. Besonders stark ist der Bereich der Landwirtschaft betroffen. Dreiviertel der arbeitenden Kinder unterstützen in ihren Familien oder in nahegelegenen Betrieben auf dem Feld, um die  Nahrungsversorgung der eigenen Familie gewährleisten zu können. Rund zehn Prozent der Kinder arbeiten in der  Tourismusbranche. Davon sind wiederum über eine Million Kinder und Jugendliche von sexueller Ausbeutung betroffen. Die Dunkelziffer wird noch höher geschätzt.

Zahlen, die wahnsinnig bedrückend und erschreckend sind. Wenn man zusätzlich noch bedenkt, dass die Kinder und Jugendlichen nicht nur ihre unbeschwerte Kindheit verlieren, sondern durch ihre Arbeit auch die Löhne senken, weil mehr „billige Arbeitskräfte“ auf den Markt sind, ist das noch erschreckender.  Immer mehr Kinder aus der Familie werden zur Arbeit gezwungen um den Lebensunterhalt zu finanzieren. Einzig und allein die Bildung würde eine Zukunft mit entsprechender Perspektive schaffen, aber dieses Ziel wird von den Regierungen oft nicht verfolgt.

Durch diverse Schulprojekte, die meist von NGOs organisiert werden, konnte die Zahl von 246 Millionen Kindern und Jugendlichen im Jahr 2000 auf 152 Millionen im Jahr 2018 gesenkt werden. Hier ist aber auch zu sagen, dass lediglich in Asien die Zahl abnimmt. In Afrika stagniert die Anzahl und im Nahe Osten nimmt sie sogar zu. UNICEF begründet das mit der großen Anzahl an Geflüchteten und der damit zusammenhängenden Armut.

Sie denken ein Gesetz könnte das Thema Kinderarbeit definieren und verbieten?  Ja, in Deutschland tut es das auch. Dort heißt es im Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG): „ Arbeit von Kindern und Jugendlichen, die noch der Vollzeitschulpflicht unterliegen, ist es mit im Gesetz festgelegten Ausnahmen verboten“. In anderen Ländern ist es jedoch sehr umstritten ein Gesetz gegen Kinderarbeit zu verfassen. Befürworter hoffen durch die Einführung eines solchen Gesetzes auf eine Minimierung der Kinderarbeit, Gegner befürchten steigende Zahlen der illegalen Kinderarbeit.

Ein heikles Thema, das in Europa selten und wenn nur kurz thematisiert wird. Aus diesem Grund wurde 2002 von der Internationale Arbeitsorganisation (ILO), der Welttag gegen Kinderarbeit eingeführt. Er findet jährlich am 12. Juni statt und soll darauf aufmerksam machen, dass die Zahl der arbeitenden Kinder und  Jugendlichen immer noch zu hoch ist und etwas dagegen getan werden muss.

 

 

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