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Umwelt & Nachhaltigkeit

Sterbende Vielfalt

Am 6. Mai endete in Paris die Artenschutzkonferenz. Das Ergebnis der Experten ist dramatisch: von acht Millionen Tier- und Pflanzenarten sind eine Millionen derzeit akut bedroht.

Veröffentlicht von Silke Hirschfeld am 17. Mai 2019

Ähnlich wie der Klimawandel, ist das Artensterben ein schleichender Prozess, den Menschen meist gar nicht oder nur vage wahrnehmen. Dabei sind hiervon ganze Ökosysteme bedroht. „Artenvielfalt ist unsere Lebensversicherung.“, erklärte Josef Settele vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Halle, der ZEIT. „Die Verluste von Ökosystemen und Arten schaffen eine direkte Bedrohung des Wohlergehens der Menschheit in allen Regionen der Welt. Das essenzielle, verbindende Netz des Lebens wird kleiner und bekommt Fransen. Irgendwann ist es zu löchrig und hält nicht mehr.“

In dem 40-seitigen Kernpunktepapier, das der Weltbiodiversitätsrat IPBES am 6. Mai in Paris vorstellte, mahnen die Autoren insbesondere die Entscheider der Weltwirtschaft zum Umdenken. Statt kurzfristiger Gewinne muss ein nachhaltiges Finanz- und Wirtschaftssystem her, das der Menschheit langfristigen Nutzen bringt. Genau wie die Initiative Scientists4Future, fordern die Experten auch hier  Subventionen für ressourcenschonendes Herstellen und Wirtschaften. Zur Zeit werden laut dem Bericht noch Hunderte Milliarden Dollar an naturschädlichen Subventionen pro Jahr für Kohle, Öl, Gas und Landwirtschaft gezahlt, davon 55 Milliarden Euro allein in Deutschland.

Doch auch die Verbraucher sollten sich ihren enormen Konsum an Gütern bewusst machen, deren Herstellung selten nachhaltig ist und zudem Müllberge hervorbringt.

Das Expertenteam hat alle relevanten Bereiche analysiert und zu Papier gebracht: Die Entwicklung des Waldes, der Landwirtschaft, die Umwelt- und Meeresverschmutzung, die Fischerei und das Klima. Laut Settele sei die einwöchige Diskussion in Paris sehr produktiv gewesen, nun geht es darum, dass der Report in der Umsetzung zu einer Veränderung führt.

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek teilte in einer Pressemitteilung mit: „Der Bericht des Weltbiodiversitätsrats ist ein klares Signal an die Menschheit, umzudenken und die Artenvielfalt zu schützen. Die dargelegten Trends des Artenverlustes sind zutiefst beunruhigend. Der Bericht ist ein wichtiger Meilenstein und führt uns vor Augen, dass immenser Handlungsbedarf besteht – auch in der Wissenschaft. Forschung muss die noch bestehenden Wissenslücken schließen, Lösungsmöglichkeiten aufzeigen und deren Umsetzung in die Praxis begleiten. Dazu wird die Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt meines Hauses einen erheblichen Beitrag leisten, um unsere Natur und unsere Zukunft zu sichern.“

Wir werden die Entwicklung gespannt beobachten und hoffen, dass die Umsetzung nicht im Rahmen einer freiwilligen Selbstverpflichtung der Wirtschaftsakteure vorgesehen ist.

 

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