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Kinderschutz

Tag der gewaltfreien Erziehung

Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Genau dieses Recht soll am 30.04. jeden Jahres bewusst gemacht werden. Weltweit wird an diesem Tag verdeutlicht, dass körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen unzulässig sind.

Veröffentlicht von Marie Mävers am 30. April 2019

Wie aktuell das Thema ist verdeutlicht, dass die Vereinten Nationen erst vor 30 Jahren die Kinderrechtskonvention verabschiedeten und vor fast 20 Jahren der Deutsche Bundestag mit dem Recht auf gewaltfreie Erziehung im Bürgerlichen Gesetzbuch nachzog – doch laut Kriminalstatistik der Polizei werden noch immer jedes Jahr Tausende Straftaten gegen Kinder registriert. 

Der DKSB Bundesverband fordert deshalb zum Tag der gewaltfreien Erziehung eine bessere Unterstützung für Familien. „Kinder haben in Deutschland seit 2000 das Recht auf eine gewaltfreie Erziehung. Leider wenden 40 Prozent der Eltern weiterhin Gewalt in der Erziehung an. Ursache für Klaps und Ohrfeige ist oft Überforderung der Eltern. Eltern brauchen daher mehr und bessere Unterstützung damit Erziehung gewaltfrei gelingt“, erklärt Paula Honkanen-Schoberth, Bundesgeschäftsführerin des Deutschen Kinderschutzbundes Bundesverband e.V. (DKSB). Auch Krista Körbes, Landesgeschäftsführerin des DKSB in Nordrhein-Westfalen betont, dass Gewaltanwendung in der Erziehung oft ein Zeichen von Überforderung der Eltern sind: „Eltern muss jedoch bewusst sein, dass Gewalt in der Erziehung in keiner Weise okay ist.“ Am Tag der gewaltfreien Erziehung soll vor allem mit nationalen und internationalen Aktionen auf das Thema aufmerksam gemacht werden. Dies nahm auch der DKSB Münster dieses Jahr zum Anlass, Grundschulkinder über ihr Recht auf gewaltfreie Erziehung aufzuklären. Mitarbeiterinnen des DKSB in Münster besuchten dazu die städtische Martinischule, um Kinder für das Thema zu sensibilisieren und um bei denen nachzufragen, die Gewalt in der Erziehung unmittelbar betrifft. Spielerisch wurde z.B. anhand der bekannten Erzählungen von Michel aus Lönneberga zusammen mit den Schüler analysiert, welche Formen von Gewalt es gibt. „Es gibt zum Beispiel auch emotionale Gewalt“, erklären die Pädagoginnen Anne Ostendorf  und Ewa Bäumer den Schülern. Der gemeinsame Tag brachte Texte, Bilder und O-Töne, rund um das Thema Gewalt, hervor. Diese werden am heutigen Tag in einer Ausstellung in der Kinderabteilung der Stadtbücherei veröffentlicht, um deutlich zu machen, dass Kinder ein Recht auf gewaltfreie Erziehung haben.

Wie wichtig diese Aufklärungsarbeit ist, zeigt auch die Arbeit des ehemaligen Preisträgers des HanseMerkur Preis für Kinderschutz. Im Kinderhaus Mignon der Benita Quadflieg Stiftung werden im Hamburger Elbvorort Nienstedten seit 1995 rund 20 Kinder ab 0 Jahren, die aus unterschiedlichsten Gründen nicht in ihren Herkunftsfamilien bleiben konnten, in vier familienanalogen Wohngruppen betreut, gestärkt und auf das Leben vorbereitet. Kinder, zum Teil Säuglinge, die bei ihren leiblichen Eltern schwere Misshandlungen, Missbrauch oder schlimmste Vernachlässigung erfahren, werden durch das Jugendamt oder einen Richter an das Kinderhaus Mignon vermittelt. Ihr Verhalten ist meist sehr aggressiv oder – und das erfordert fast noch mehr Aufmerksamkeit – extrem regressiv.  „Diese Kinder, die so angepasst sind, die machen’s einem ein bisschen einfach, doch eigentlich sind die Kinder, die so angepasst sind, die Kinder wo man mehr hinhören muss und mehr hingucken muss, denn diese Kinder haben nicht mehr gelernt für sich selber zu schreien und für sich selber zu sorgen.“, so Maya Schneider, Leiterin und Pädagogin des Kinderhaus Mignon. 

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