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Ethik & Gesellschaft

Tag der Wohnungslosen 2018

Heute, am 11. September, ist der Tag der Wohnungslosen. 860.000 meldete die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe bereits Ende 2017, für das Jahr 2018 prognostizierte sie 1,2 Millionen. Ob diese Zahl sich bestätigt, werden wir Ende des Jahres sehen. Es handelt sich dabei um Schätzungen, denn die Dunkelziffer wird um ein vielfaches höher liegen.

Veröffentlicht von Silke Hirschfeld am 11. September 2018

Nach der offiziellen Definition sind es Menschen, die über keinen mietvertraglich abgesicherten Wohnraum verfügen.

Wohnungslosigkeit wird häufig mit Obdachlosigkeit verwechselt oder gleichgesetzt, doch das ist so nicht ganz richtig: Obdachlosigkeit ist zwar Bestandteil, macht insgesamt gesehen jedoch nur einen geringen Teil der Wohnungslosigkeit aus. Für die meisten Menschen ist es dennoch der sichtbarste Teil, da Obdachlose sich häufig im öffentlichen Raum aufhalten.

Andere Formen von Wohnungslosigkeit hingegen bleiben für Außenstehende meist unsichtbar. Scham- und Schuldgefühle führen auch dazu, dass die Betroffenen ihre Wohnungslosigkeit vor anderen verschweigen. Als wohnungslos gelten so wesentlich mehr Betroffene, wie beispielsweise Immigranten, Asylbewerber oder auch Frauen und Kinder, die wegen häuslicher Gewalt ihre Wohnung verlassen mussten und die kurz- bis mittelfristig in einer Schutzeinrichtung beherbergt sind, wie z. B. in Frauenhäusern.

Im Zusammenhang mit dem Aktionstag gibt es deutschlandweit diverse Veranstaltungen, wie zum Beispiel die Konferenz der Wohnungslosen in Hamburg im Deutschen Schauspielhaus am kommenden Wochenende, die informieren und der Vernetzung dienen soll.

Informieren und Vernetzen sind auch die Aufgaben des Hamburger Vereins Leben im Abseits. Das Team um Susanne Groth bringt diverse Initiativen an einen Tisch, die sich um Wohnungs- und Obdachlose kümmern. Es gibt eine ganze Menge solcher Initiativen, aber es fehlt ihnen meist an Geld und Personal, um Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben und sich so zu vernetzen, dass nachhaltige Synergien gebildet werden können.

Groth schaut, was alle gemeinsam auf die Beine stellen und wie die einzelnen Einrichtungen sich gegenseitig ergänzen können. Sie ist selbst oft auf dem Hamburger Kiez unterwegs, hält den Kontakt zu den Betroffenen und kennt ihre Nöte. Ab dem 16. November wird sie im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Dialoge über Obdachlosigkeit“ mit unterschiedlichen Akteuren, wie zum Beispiel dem Straßensozialarbeiter Johan Graßhoff oder dem Polizisten Thomas Tessmann, berührende Einblicke in die prekäre Lebenssituationen und Bedürfnislagen von Menschen geben, die am Rande der Gesellschaft leben. Die genauen Daten zur Veranstaltung finden Sie hier.

 

 

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