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Beruf & Familie

Unser Bildungssystem – eine deutsche Sache

In der neu veröffentlichten OECD-Studie, zum Vergleich internationaler Bildungssysteme, lassen sich viele Fortschritte im deutschen Bildungssystem erkennen. Es geht um Fragen, wie viel Geld einzelne Nationen für die Bildung ausgeben, wie viele Kinder vor der Einschulung in Bildungseinrichtungen betreut werden, wie viele junge Erwachsene einen Hochschulabschluss erreichen. Aber auch, wie gut Zuwanderer in ihrem Aufnahmeland im Bildungs- und Arbeitssystem ankommen.

Veröffentlicht von Marie Mävers am 23. Oktober 2018

„Deutschland hat ein Bildungssystem das Chancen eröffnet. Es ermöglicht jeder und jedem, die eigenen Fähigkeiten auszubauen, den passenden Karriereweg zu gehen und damit die Grundlage für ein gutes Leben zu legen.“ sagt Anja Karliczek, Bundesbildungsministerin. Dieser erste Eindruck bestätigt sich, wenn man die Ergebnisse des kürzlich veröffentlichten jährlichen Bildungsbericht der Industrieländerorganisation OECD betrachtet. Tatsächlich sind in den vergangenen Jahren große Fortschritte in den Bereichen frühkindliche Bildung und den steigenden Bildungsausgaben gemacht worden. Auch die duale Karriere und ihr vermehrtes Angebot, führt zu einer höheren Beschäftigungsquote bei jungen Erwachsenen. Das große Wort der Studie bleibt aber leider die Ungleichheit. Auf der einen Seite steht unser Bildungssystem, das sich positiv entwickelt. Auf der anderen Seite die Frage, wer profitiert davon und wer nicht?

Laut der Studie fallen insbesondere in Deutschland die Zuwanderer im Bildungssystem noch hinten runter. 25 Prozent der im Ausland Geborenen, zwischen 15 und 29 Jahren, haben weder eine Beschäftigungs- noch Ausbildungsform im schulischen oder universitären Sinne. Damit liegt Deutschland deutlich über dem OECD Durchschnitt von 15 Prozent. Vergleicht man diese Zahl mit den Gleichaltrigen, ohne Migrationshintergrund, fällt die Ungleichheit auf. So sind es hier nur sieben Prozent, die weder in Schule, Betrieb oder Hochschule beschäftigt sind. Zwar argumentiert die OECD mit dem hohen Zustrom an jungen Flüchtlingen nach Deutschland, aber Schweden, die die meisten Flüchtlinge aufgenommen haben, rangieren bei 13 Prozent.

In einer Umfrage aus der Zeit, in der Zuwanderer nach ihrem deutschesten Gegenstand gefragt wurden, antwortete Waseem Jawish, 2015 aus Syrien und lebhaft in Hamburg: Der Fahrradhelm! Zur Erklärung. Es gibt ein Wort für ihn im Deutschen, das ihm besonders gut gefällt. Es heißt „sicherheitshalber“. Es beschreibt den Deutschen und seine ständige Auseinandersetzung mit der Zukunft. „Das macht ihnen manches leider schwer, zum Beispiel das Kinderkriegen, denn die jungen Leute fragen sich schon vor der Geburt: Wo soll unser Kind schlafen? Auf welche Schule soll es gehen? Was wird alles kosten?“ Dieses Denken schützt aber auch vor Gefahren. Im Damaskus ist Wassem ohne Helm gefahren. Auf dem Rad oder Inline-Skates über Hindernisse, Treppen runter und hoch. In Deutschland tragen nahezu alle einen Helm. Sicherheitshalber! Das macht Wassem jetzt auch.

Diese Sicherheit und Voraussicht, die Stärke die Wassem uns Deutschen zusagt, lässt sich auch auf unser Bildungssystem übertragen. Der Faktor Sicherheit spielt hier eine ganz große Rolle. Um in den nächsten Jahren weitere Erfolge des deutschen Bildungssystems feiern zu können, sollte allen die Möglichkeit auf sichere Zukunftschancen durch Bildung gegeben sein.

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