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Sport & Gesundheit

Supermarkt-Dschungel: Was ist wirklich gesund?

Der Besuch in einem Supermarkt ist heute ein wahres Kauferlebnis. Darum bemühen sich nicht nur die Feinkost Supermärkte, auch die Discounter gestalten ihre Geschäfte um, werten sie auf, um den Käufer in einer Wohlfühlatmosphäre begrüßen zu können. Diese Schönheit in dem Dschungel von Produkten birgt aber auch eine große Gefahr: Welche Lebensmittel sind wirklich gesund und welche suggerieren es nur zu sein? Viele Deutsche fordern deshalb jetzt Maßnahmen zur Kennzeichnung von gesunden und ungesunden Lebensmitteln.

Veröffentlicht von Marie Mävers am 8. April 2019

Heute ist der Weltgesundheitstag. Ein guter Anlass also, um sich dem Thema gesunde Ernährung zu widmen. Die Idee der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Einführung dieses Tages geht darauf zurück, einen Apell an die Weltöffentlichkeit zu richten, um ein größeres Gesundheitsbewusstsein zu schärfen. Dabei geht es vorrangig um Themen, die bei der Entwicklung von nationalen Gesundheitssystemen helfen sollen sowie primäre Gesundheitsversorgung, Gesundheitskommunikation und Gesundheitsförderung. Zum Erreichen dieser Ziele legt die WHO jährlich ein neues Gesundheitsthema von globaler Relevanz für den Weltgesundheitstag fest. Auch 2019 macht die WHO mit dem Motto „Universal Health Coverage“ auf die Bedeutung einer flächendeckenden Gesundheitsversorgung aufmerksam und setzt damit die Kampagne aus dem Jahr 2018 fort.

In aktuellen Debatten rund um das Thema Gesundheit fällt auf, dass die Mehrheit der Deutschen sich wünschen würde, wenn der Staat das Gesundheitsverhalten der Bürger positiv beeinflusst. Sie wünschen sich vor allem bessere Transparenz und Aufklärung, aber auch schärfere Eingriffe stoßen auf hohe Zustimmung.

Ein Vorschlag ist die Einführung einer Lebensmittelampel. Aus einer aktuellen forsa Umfrage geht hervor, dass 92 Prozent der Deutschen dafür wären, Lebensmittel durch einen farblichen Punkt auf einfache Weise zu kennzeichnen, wie hoch beispielsweise der Fett- oder Zuckeranteil in einem Produkt ist. Die Mehrheit ist auch der Meinung, dass die Symbole dafür sorgen würden sich gesünder zu ernähren.

Reglementierungen und Gesetze, die eine gesündere Ernährung der Gesellschaft zur Folge hätte, sehen 61 Prozent der Deutschen als nötig. Nur 31 Prozent halten das Gesundheitsverhalten für reine Privatsache. Dementsprechend ist auch nicht überraschend, wenn die Mehrheit der Bürger sich für schärfere Eingriffe ausspricht. Dabei geht es konkret um ein Werbeverbot für Tabak (69 Prozent der Deutschen dafür), Alkohol (58 Prozent) sowie höhere Steuern auf Tabak (75 Prozent), Alkohol (59 Prozent) und zuckerhaltige Lebensmittel (55 Prozent). Geht es um Anreize für eine gesündere Ernährung, sind 67 Prozent der Deutschen dafür, die Krankenkassenbeiträge für eine gesündere Lebensweise zu senken. Sanktionen für eine ungesunde Lebensweise hingegen lehnen die Mehrheit ab.

Neben der Lebensmittelampel fordern Forscher auch eine gesetzliche Reglementierung von Sonderangeboten für ungesunde Lebensmittel. Diese Forderung geht aus den Untersuchungen der britischen Stiftung Cancer Research UK hervor. Demnach ist auffällig, dass die Hälfte aller Schokoladen, Chips, Popcorn und herzhaften Snacks im Sonderangebot gekauft wurden. „Lebensmittel sind heute so günstig wie nie zuvor. Die Folge ist ein ungesunder Überkonsum“, bestätigt auch Joachim Westenhöfer, Ernährungspsychologe von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg (HAW).

Mit der Kauffreudigkeit für ungesunde Lebensmittel geht auch dessen Platzierung im Kassenbereich eines Supermarkts einher. Eine ebenfalls britische Studie aus dem letzten Jahr belegte die Annahme, dass im sogenannten Impulskauf-Bereich vor der Kasse, die größte Kaufbereitschaft herrscht. Sie zeigt auf, dass ein Fünftel weniger entsprechende Impulskäufe von Snacks im Einkaufswagen landen würden, wenn Supermärkte diese aus ihrem Kassenbereich verschwinden lassen würden.

Steuererhöhungen und Gesetze die von der Mehrheit der Bürger begrüßt werden würden – diesen Elfmeter muss die Bundesregierung eigentlich nur noch rein machen.

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