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Ethik & Gesellschaft

Vier Kältetote in einem Monat

Man sollte denken, diese Schlagzeile stammt aus einem anderen Land oder beschreibt zumindest die Konsequenzen eines dramatischen Wintereinbruchs. Aber so ist es nicht. Die Nachricht kommt aus Hamburg, die Temperaturen liegen um die Null Grad und der Winter hat nicht einmal angefangen.

Veröffentlicht von Silke Hirschfeld am 18. Dezember 2018

Es gibt Winternotquartiere und zahlreiche Hilfsangebote. „Doch das bisherige Hilfesystem reiche nicht aus“, so Stephan Karrenbauer, Sozialarbeiter von Hinz&Kunzt, zur tazMax Bryan von der Initiative „Hilfe für Hamburger Obdachlose“ gibt zu bedenken: „Viele Obdachlose haben Tiere, die sie nicht mit in die Unterkünfte nehmen dürfen, sind Einzelgänger oder haben Angst ihre Platte zu verlassen, weil sie dann jemand anderes okkupiert.“ Zudem sind viele Obdachlose, die schon lange Zeit auf der Straße leben, kaum noch in der Lage, sich längere Zeit in geschlossenen Räumen aufzuhalten.

So scheint es derzeit die einzige Akutlösung zu sein, die Platten „winterfest“ zu machen, also die Obdachlosen mit Schlafsäcken, Isomatten, Decken und warmer Kleidung auszustatten. Vor drei Wochen haben wir bei der HanseMerkur deshalb Container aufgestellt und die Kollegen aufgefordert, diese Dinge zu spenden. Susanne Groth  (Foto oben) von Leben im Abseits e. V. hat uns dabei geholfen. Der Verein vernetzt Obdachlosehilfen untereinander, koordiniert Spenden und Bedarfe und initiiert Verteilaktionen vor Ort an die Obdachlosen.

Das Ergebnis unserer Sammelaktion war überwältigend: Rund sechs Container waren am Ende randvoll! Gemeinsam mit meinen Kollegen Marie Mävers und Wolfgang Metzdorf hatten wir alle Hände voll damit zu tun die Sachen zusammenzupacken und den Bulli zu beladen, um damit zur Alimaus zu fahren – eine Einrichtung, in der Obdachlose eine Mahlzeit zu sich nehmen können und bei Bedarf Kleidung und eine warme Winterausstattung bekommen. Da deren Kleiderkammer aufgrund der aktuellen Situation gerade leer war, konnten wir unsere Sachen dort einlagern. Von hier aus werden dann auch Not-Pakete auf den Straßen verteilt.

Groth hatte gleich doppelten Grund zur Freude: Seit Mai wohnen auf unserem Dach zwei Bienenvölker, die den Sommer über bei großer Hitze unermüdlich Nektar gesammelt haben. Hätten die fleißigen Bienen geahnt, für welchen guten Zweck sie sammeln, hätten sie sich vielleicht noch etwas mehr Mühe gegeben. Der Hansemerkur Alster-Honig wurde ausschließlich an die Mitarbeiter verkauft, von denen viele auch noch zusätzlich gespendet haben. Der Erlös in Höhe von 500 Euro geht ebenfalls an den Verein Leben im Abseits e. V. „Es ist toll, was Ihr auf die Beine gestellt habt. Wir werden davon weitere Schlafsäcke und Isomatten kaufen, um sie später an Obdachlose zu verteilen, denn der Winter ist lang und die Spendenbereitschaft der Bürger lässt erfahrungsgemäß leider nach Weihnachten rapide nach.“, erklärte Groth.

Großes Beladen bei der HanseMerkur: vor allem Schlafsäcke und Isomatten...
...aber auch Berge an warmer Kleidung musste verstaut werden.
Die Helfer der Alimaus packten tatkräftig mit an, um den randvollen Bulli zu entladen.
Am Ende war die Freude beim Team groß und die Kleiderkammer wieder voll.

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