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Ethik & Gesellschaft

Waschen ist Würde

Eine Zählung der Obdachlosen im Herbst 2018 hat ergeben, dass die Zahl erschreckend stark angestiegen ist und nun bei über 2.000 Menschen liegt. 2.000 Menschen, denen der Zugang zu einer täglichen Dusche verwehrt bleibt. Die gravierenden Folgen haben einige Unterstützer zu Dominik Bloh gebracht, um gemeinsam den ersten Duschbus Hamburgs zu entwickeln.

Veröffentlicht von Pia Kracke am 11. Oktober 2019

Dominik Bloh ist einer der Gründer des Duschbusses GoBanyo und ehemaliger Obdachloser. Gemeinsam mit Mitbegründer Christian Poelmann hat er im April 2019 die Crowdfunding Kampagne auf Startnext gestartet. Über die Plattform, die gerade bei StartUps beliebt ist, sind über 168.000 Euro, durch mehr als 3.000 Unterstützer, für den Ausbau eines Hochbahn-Busses, zusammen gekommen. Dieser soll mit insgesamt drei Badezimmern, bestehend aus einer Dusche, einem Waschbecken, einer Toilette und ein wenig Strom, zum Stutzen des Bartes, ausgestattet werden. Am Ende des Busses ist sogar noch Platz für eine Art Kleiderschrank, der mit, an Hanseatic Help, gespendeter Kleidung bestückt ist.

Aus eigener Erfahrung berichtet Dominik Bloh, dass die Betroffenen ohne Zugang zu Sanitäranlagen der Mut, das Selbstbewusstsein und vor allem das Selbstwertgefühl verlieren. Es entsteht ein „Ekelgefühl“ für sich selbst als Person, das durch unauffällige Naserümpfen, abfälligen oder mitleidigen Blicke der Passanten immer weiter verstärkt wird.

Sie denken, mit dem Kältebus ist den Menschen auf der Straße schon gut geholfen? Ja, das ist ein weiteres Projekt, das die rund 2.000 Obdachlosen auf Hamburgs Straßen unterstützt. Aber was ist im Sommer? Denken Sie an die heißen Tage in diesem kurzen Sommer. Wie oft haben Sie an diesen Tagen geduscht? Einmal? Zweimal? Stellen Sie sich jetzt vor Sie haben keinen Zugang zu einer Dusche. Sie sind der Sonne und der Hitze voll und ganz ausgeliefert.

GoBanyo stellt nicht nur Duschen zur Verfügen, sondern bringt diese auf Grund der Fahrfähigkeit des Busses zu den Obdachlosen. Das Ziel ist, den auf der Straße lebenden Menschen ihre Würde zurückzugeben. Folgen wir der Aussage von Dominik Bloh waschen sich die Wohnungslosen entweder gar nicht oder beschämt in den Restaurants, unter extremer Anspannung bei ihrem Vorgehen entdeckt zu werden.

Ende 2019 soll der Ausbau des Busses beendete und der Weg auf die Straßen Hamburgs geebnet sein. Weiterhin wird GoBanyo auf Spenden angewiesen sein, um den Betrieb des Busses, sowie die Kleider- und Duschutensilien-Versorgung Gewehrleisten zu können.

Wer noch mehr Information über Dominik, Chris und GoBanyo erfahren möchte kann ich nur den Hamburg Podcast von AINO Hamburg empfehlen. Dort werden jeden Dienstag Hamburger, die man kennen sollte vorgestellt.

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