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Umwelt & Nachhaltigkeit

Wasser ist Corona-Prävention

Die dauerhaften Folgen der Corona-Pandemie werden immer wieder als dramatisch vorausgesagt. Mit wirklicher Sicherheit sagen, was es für unsere Welt und unsere Gesellschaft bedeutet, kann aktuell aber niemand sagen. Fakt ist aber, dass insbesondere die unter uns leiden und leiden werden, die bereits vor Corona auf Hilfe angewiesen waren.

Veröffentlicht von Marie Mävers am 4. September 2020

663 Millionen Menschen auf der Welt haben laut Unicef und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch immer keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Und auch Caritas veröffentlichte anlässlich des Weltwassertages 2014, dass trotz Fortschritten in der Wasserversorgung noch immer täglich 10.000 Menschen an Erkrankungen, die durch verschmutztes Wasser verursacht werden, sterben. Was in Deutschland überall einfach aus dem Hahn kommt, ist in anderen Ländern keine Selbstverständlichkeit. In Afrika südlich der Sahara dauert der Weg zu einer Wasserquelle im Durchschnitt mehr als 30 Minuten. Meist müssen ihn Mädchen und Frauen gehen, die so Zeit für Bildung und bezahlte Arbeit verlieren und sich Gefahren wie einer Vergewaltigung aussetzen.

Wir Deutschen verbrauchen im Durchschnitt 5.288 Liter Wasser pro Tag. In diese Zahl fließt auch unser virtueller Wasserverbrauch mit ein, der u.a. zur Produktion unserer Nahrung verwendet wird. Zu dieser offensichtlichen Ungerechtigkeit haben die Vereinten Nationen 2010 mit großer Mehrheit Stellung bezogen: Sie „erkennt das Recht auf einwandfreies und sauberes Trinkwasser und Sanitärversorgung als ein Menschenrecht an, das unverzichtbar für den vollen Genuss des Lebens und aller Menschenrechte ist.“ Die Sanitärversorgung sollte inklusiv, das Trinkwasser einwandfrei, sauber, zugänglich und bezahlbar sein.

Um dem Menschenrecht „Wasser für alle Menschen auf der Welt“, Schritt für Schritt näher zu kommen engagiert sich die Organisation Viva con Agua mit vielen Wasserprojekten rund um den Globus. Sie setzt sich dafür ein, dass alle Menschen weltweit einen Zugang zu sauberem Wasser, zu Sanitär- und Hygiene-Versorgung bekommen. Denn diese drei Komponenten müssen langfristig für jeden Menschen gesichert sein. Die sogenannten WASH-Projekte (Wasser, Sanitär, Hygiene) schützen die Gesundheit und unterstützen dadurch die lokalen Gesundheitssysteme.

Die Sicherung dieses Menschenrechts ist aktuell allerdings in großer Gefahr. Denn durch die Corona-Pandemie musste die Organisation in den letzten Monaten einen Rückgang der Spendeneinnahmen von 70 Prozent verzeichnen. Die größten Verluste gehen mit der Absage von Events einher. Denn mit dem Einsammeln von Pfandbechern, auf den jährlich 150 Festivals, gehen große Spendensummen einher. Auf dem Hurricane-Festival kamen auf diese Weise im letzten Jahr 25.000 Euro zusammen. Außerdem ist die Organisation durch den Verkauf von Wasser in Cafés und der Gastronomie vertreten, generiert Einnahmen und hat dadurch vor allem eine Sichtbarkeit in der Geselllschaft. Auch diese doppelte Einnahmequelle ist auf einen Schlag entfallen. Das offensichtlich lohnenswerteste Geschäft der letzten Monate war der Verkauf des Klopapiers von „Goldeimer“, dass mit dem Verkauf Wasser- und Sanitärprojekte von Viva con Agua unterstützt. Was die Menschen allerdings innerhalb weniger Tage leer kauften, haben sie jetzt natürlich als Vorrat Zuhause. Die Produktion des Klopapiers ist sogar zeitweise eingebrochen und aktuell wird sehr wenig, zu wenig, verkauft.

All das hat zur Folge, dass die Wasserprojekte der Organisation aktuell nicht vorangetrieben werden können. „Dabei sind Wasser und Hygiene wichtiger denn je, um die Pandemie einzudämmen und um auch zukünftig die Gesundheit der Menschen und das Gesundheitssystem zu schützen.“, erklärt Carolin Stüdemann, Geschäftsführerin von Viva con Agua. Die Dringlichkeit dieses Menschenrechts wird noch einmal verstärkt, wenn man beobachtet, wo die Zahl der Corona-Infizierten am größten ist. Gerade in den Ländern wie Uganda, Nepal, Äthiopien und Südafrika steigen die Zahlen der Infizierten weiterhin stark an und nicht nur die Gesundheitssysteme auch die Wirtschaft bricht massiv ein. Insbesondere in der jetzigen Situation wäre der  Zugang zu Wasser, Sanitär und Hygiene einmal mehr eine wichtige Prävention gegen Viren und Bakterien und somit ein Beitrag zur Gesundheit von Menschen.

Die WASH-Projekte von Viva con Agua sind folglich wichtige Maßnahmen zur Corona-Prävention. Eines der Vorhaben für dieses Jahr war: 50 Schulen in Südafrika, in der Provinz Estern Cape, mit sauberem Trinkwasser, Handwaschmöglichkeiten und Toiletten auszustatten. Außerdem vermitteln Freiwillige vor Ort den Kindern ein Verständnis für Hygiene, was diese in ihrem bisherigen Leben noch niemals kennengelernt haben. Bisher konnten erst die Patenschaften von drei Schulen übernommen werden, die sich pro Schule auf 10.000 Euro belaufen. Um das Projekt nicht verschieben zu müssen und um in diesen Zeiten, wichtige Hygienemaßnahmen schaffen zu können, ist die Organisation jetzt dringend auf Spenden angewiesen. Helfen kann jeder, von der Privatperson bis hin zum großen Unternehmen. Dass diese Spendensummen sonst zum Großteil aus Pfandbechern zusammenkamen, macht Mut, dass wirklich jeder noch so kleine Betrag hilft.

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