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Ethik & Gesellschaft

Wenn Sterben (k)ein Thema ist

Am 13. Oktober 2018 findet der Welthospiztag statt und laut dem deutschen Hospiz- und PalliativVerband ist zu dieser Thematik noch eine Menge Aufklärungsarbeit notwendig.

Veröffentlicht von Anna-Katharina Haag und Pia Kracke am 10. Juli 2018

Tod. Ein Wort, das niemand gerne hört oder darüber spricht. In der heutigen Gesellschaft können oder wollen sich viele Menschen nicht näher mit diesem Thema befassen. Sterbende Mitmenschen werden oftmals bereits betrauert bevor sie ihren letzten Atemzug getan haben und werden häufig wenig oder gar nicht mehr aktiv in das tägliche Leben eingebunden. Noch grausamer ist für einige Menschen hierbei der Gedanke an sterbende Kinder und deren Familien. Und genau hier versucht die Hospizarbeit eine ganz andere und lebensbejahende Ansicht zu der schweren Thematik Tod anzubieten.

Die Einrichtung Hospiz und die Arbeit mit schwerkranken und sterbenden Menschen werden von Außenstehenden unweigerlich mit Trauer und Schmerz verbunden. Kaum Vorstellbar, dass diese letzten Wochen, Tage oder Stunden von den Betroffenen selbst und ihren Angehörigen nicht nur mit Tränen und Abschied, sondern auch mit Lachen und Freude gefüllt werden. Aber genau diese Tatsache versucht die Hospizarbeit, deren Pionierin Cicely Saunders darstellt, der Gesellschaft näher zu bringen. Saunders setzte sich schon früh für die Rechte und Bedürfnisse von todkranken Menschen ein und ihre Arbeit stellt bis heute den neuen Leitgedanken der Hospizarbeit dar: Menschen leben bis zum letzten Augenblick.

Es ist daher wichtig die Palliativarbeit für die Öffentlichkeit transparent zu gestalten und den Grundgedanken der Hospizarbeit in die Köpfe der Menschen zu transportieren. Insbesondere Kinder werden häufig in guter Absicht vor dieser Thematik geschützt und bei Todesfällen in der Familie oder im näheren Umfeld abgeschottet. Dieses Verhalten greift auch das Projekt „Hospiz macht Schule“ auf und bietet Kindern eine Plattform für den offenen Austausch über Sterben, Tod und Trauer. Ein wichtiger Schritt, um den Kindern die Möglichkeit zu geben bisherige Erfahrungen zu teilen und ihnen aufzuzeigen, dass Weinen und Trauern zurecht Raum in ihrem Leben einnehmen und völlig in Ordnung sind. Gleichzeitig wird versucht den Kindern auch die Leitidee der Hospizarbeit näher zu bringen und sterbende Menschen als lebendige Individuen mit eigenen Bedürfnissen wahrzunehmen.

Auch der Bundesverband Kinderhospiz rückt die derzeitige Situation und den Umgang der Gesellschaft hinsichtlich der Hospizarbeit und in diesem Fall insbesondere die Hospizarbeit mit Kindern, durch den Kinder-Lebens-Lauf in das Blickfeld der Öffentlichkeit. Der Startpunkt des Kinder-Lebens-Laufs war am 04. Juni in Berlin. Dort übergab Elke Büdenbender, die Schirmherrin des diesjährigen HanseMerkur Preises für Kinderschutz, das Wahrzeichen des Laufs, die Angel-Fackel, an die fünfjährige Mila. Die Fackel durchquert seither in über 100 Etappen das ganze Land und wird von den unterschiedlichsten Läufern mit Begeisterung Kilometer für Kilometer getragen. Der Bundesverband Kinderhospiz will mit Hilfe des Kinder-Lebens-Laufs nicht nur ein Zeichen setzen, sondern auch mit Vorurteilen aufräumen. Denn Kinderhospize stellen für schwerstkranke Kinder und deren Familien keinesfalls eine Endstation dar. Sie sind vielmehr eine Begegnungsstätte und sorgen dafür, dass Familien wieder Kraft tanken können und stellen das Leben in den Mittelpunkt ihres Handelns.

Diese Haltung vertritt auch das erste in Deutschland gegründete Kinder- und Jugendhospiz Balthasar, das 2017 mit dem HanseMerkur Preis für Kinderschutz ausgezeichnet wurde. Der Leiter des Hospizes, Rüdiger Barth, stellt neben den besonderen auch die alltäglichen Wünsche und Bedürfnisse der betroffenen Kinder und deren Familien in den Blickpunkt seines Handelns und möchte in der letzten Lebensphase für erfüllte und schöne Augenblicke sorgen.

Die Hospizarbeit verschafft sich zwar zunehmend Gehör, jedoch halten sich viele Menschen noch immer die Ohren zu, wenn sie mit dieser Thematik konfrontiert werden. Daher ist es wichtig eben diesen Menschen näher zu bringen, dass ein sterbender Mensch immer noch seinen Platz in der Gesellschaft hat und es gut ist dem Sterben mehr Leben zu geben.

Wer sich ausführlicher mit der Hospizarbeit beschäftigen will, hat hierzu Gelegenheit, z. B. während der findet die Hamburger Hospizwoche vom 14. bis 21. Oktober 2018.

 

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