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Ethik & Gesellschaft

Werte in Zeiten der Digitalisierung

Bereits zum zweiten Mal lud der Allgemeine Hamburger Presseclub e.V. seine Mitglieder am 19. September 2018 zu einer Veranstaltung in die Räume der Facebook Germany GmbH ein. Motto des Abends: Werte und Digitalisierung sowie die Bedeutung von Unternehmenswerten in einer sich wandelnden Arbeitswelt. Die Gesprächspartner: Alexander Birken, CEO der Otto Group und Martin Ott, Managing Director Facebook Central Europe. Fazit: auf die Firmen kommen komplexe Herausforderungen zu.

Veröffentlicht von Heinz-Gerhard Wilkens am 10. Oktober 2018

Alexander Birken sieht seine christliche Prägung in Verantwortung und Freiheit als persönlichen Werte-Treiber; Martin Ott spricht von Ehrlichkeit, Fairness, Nachhaltigkeit, Achtsamkeit und Offenheit. Auf Unternehmensebene stellt sich die Frage aber ganz anders, ist komplexer und verlangt dem Management einiges ab. In der Otto Group wurde Agilität über eine neue Führungskultur neu definiert. Hemmungen im ehrlichen Umgang miteinander wurden durch das Duzen über Hierarchiegrenzen hinweg abgebaut. Birken ist überzeugt: „Hierarchien machen ein Unternehmen langsam.“ Für Facebook sieht Ott maximale Transparenz für jeden Mitarbeiter zu jedem Zeitpunkt als das Erfolgsgeheimnis. Mark Zuckerberg lebe dies vor, stelle sich seit 14 Jahren einmal wöchentlich für eine Stunde den Fragen der Mitarbeiter. Ott: „Wir wollen Leute haben, die mitdenken.“

Alexander Birken schafft in der Otto Group Formate zum „Speak Up“. Versammlungen, in denen Mitarbeiter auch den Vorstränden widersprechen. Sein Credo: „Seid mutiger!“ Videobasierte Lernprogramme bereiten die 55.000 Mitarbeiter auf die massiven Veränderungen in der Arbeitswelt vor. „Die Digitalisierung wird radikaler, als es derzeit erscheint“, sagt der Otto CEO. Bei Facebook propagiert Martin Ott den ständigen Kulturwandel für die 30.000 Angestellten. „Wir haben eine Kultur, wo Fehler machen kein Fehler ist. Wo Mitarbeiter mit ihrem authentischen Selbst zur Arbeit kommen sollen.“ Bei diesen FB-Botschaftern läge schließlich in einer Zeit, wo der Konsument ob der Transparenz eine enorme Macht besitze, die Verantwortung für 2,2 Milliarden monatliche Nutzer.

Birken ist überzeugt, dass Werte wie Vertrauen und Respekt bei Konsumentenentscheidungen eine immer größere Rolle spielen. „Aber wir verharren in Deutschland immer öfter auf einem Diagnoseniveau, definieren jedoch keine Handlungsfelder, um die wichtigen Themen zu adressieren.“ Das öffne den großen Vereinfachern Tor und Tür: „Der Populismus hat seine Wurzeln in tiefer Sorge und Unsicherheit der Menschen bei den Themen Digitalisierung und Globalisierung.“ Facebook reagiert mit einem Digitalen Lernzentrum in Berlin, das digitale Kompetenzen an Menschen wie Senioren oder Geflüchtete vermittelt, die sonst keinen direkten Zugang zu solchen Angeboten hätten. Birken ist da gedanklich schon einen Schritt weiter. „Wir müssen sinnvolle Beschäftigungen für Digitalisierungsopfer finden. Sonst bekommen wir soziale Unruhen.“

 

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