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Umwelt & Nachhaltigkeit

Wohin führt der Weg?

In der „Fridays for future“-Bewegung hat sich ein richtungsweisender Streit eingeschlichen. Innerhalb der Bewegung herrscht Uneinigkeit über die zukünftige Ausrichtung und Organisation der bislang nur locker strukturierten Bewegung.

Veröffentlicht von Marie Mävers am 3. Juli 2019

Allein einen Überblick über die „Fridays for future“-Bewegung (FFF) zu behalten, ist für Außenstehende schwer. Sie setzt sich aus über einhundert Ortsgruppen zusammen, die eigenständige Demonstrationen organisieren. Außerdem entsenden diese Delegierte, die an der bundesweiten Koordination mitwirken. Auf Bundesebene gibt es dann Arbeitsgruppen z.B. für Pressearbeit oder Finanzen.

Bei einer Strukturierung dieser Art ist es folglich nicht verwunderlich, dass wenn Uneinigkeit herrscht, schlecht kommuniziert werden kann oder gar Entscheidungen getroffen werden können. Insbesondere dann, wenn Uneinigkeit in der zentralen Frage, der zukünftigen Ausrichtung der Bewegung, herrscht.

Es zeichnet sich immer mehr ab, dass sich die Bewegung in zwei Lager separiert. Der Großteil der Bewegung steht hinter dem wohl bekanntesten Gesicht der Bewegung und ihren Aktionen: Lisa Neubauer. Sie repräsentiert den gemäßigteren Flügel der Bewegung, sucht die Debatte mit Entscheidern aus Wirtschaft und Politik und engagiert sich bei der grünen Jugend. Insbesondere letzteres stößt bei einer Art linken Flügel der „FFF“-Bewegung auf große Kritik. Sie nennen sich „Change for future“ und kommunizieren in einem offenen Brief: „Die Grüne ist eine Partei der Umweltzerstörung“. Umweltschutz und Kapitalismus seien für sie nicht zu vereinen und sie wenden sich deshalb als Antikapitalistische Plattform von der Bewegung ab. Der Streit geht bereits schon so weit, dass sie von Delegiertenposten der Bewegung ausgeschlossen werden bzw. sich ausgeschlossen fühlen.

Für die Uneinigkeit welchen Weg die Schülerbewegung einschlägt, spricht auch die Ausweitung der Gruppe in eine ganz andere Richtung. Denn seit Januar ziehen nicht nur Schüler mit Plakaten durch die Stadt. Auf immer mehr Plakaten sind Aufschriften zu finden wie „Teachers for future“, “Omas for future” oder auch “mittelalte weiße Männer for future”. Hinter ihnen verbergen sich eben diese Personen. Erwachsene unterschiedlichen Alters und Berufsgruppen. Sie alle sind von den Schülern inspiriert worden und wollen sie unterstützen. Meistens halten sie sich bei den Streiks am Rand auf, wo es nicht so eng ist. Oder sie wirken im Hintergrund, wie die Bewegung „Parents for future München“. Unter dem Motto „Kindermund tut Wahrheit kund“ treffen sich alle zwei Wochen etwa 20 Aktivisten zu Arbeitstreffen, um Aktionen zu planen und Kontakt zu anderen Gruppen in Deutschland zu pflegen. Außerdem betreuen sie deutschlandweit Infostände und haben eine Petition für ein Klimaschutzgesetz initiiert, das 70.000 Menschen unterschrieben haben. „Fridays for future sei ihr Vorbild“, sagt Petra Böhnisch, Delegierte der Münchener Ortsgruppe.

Liebe „FFF“-Aktivisten, vielleicht nehmt ihr euch diese Worte zu Herzen und seid euch bewusst, was ihr alles schon bewegt habt, was euch anfangs keiner zugetraut hätte. Und letztendlich braucht eine Bewegung die Unterstützung der Masse und auch der Politik, an die ihr freitäglich appelliert, damit im Klimaschutz endlich etwas passiert. Dieses Vorhaben sollte uns alle einen.

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