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Ethik & Gesellschaft

Zieht die Ellenbogen ein

Die sogenannte Ellenbogengesellschaft ist den meisten Menschen wahrscheinlich ein bekannter Begriff, wenn nicht sogar ein bekanntes Gefühl. Ein kurzes Vordrängeln an der Kasse, angerempelt werden ohne eine Entschuldigung, böse Blicke und schnelles Hupen an der kurz zuvor grün gewordenen Ampel – wer kennt diese Situationen nicht? Viele nehmen diese unangenehmen Begegnungen heutzutage wahrscheinlich einfach hin, weil sich die Gesellschaft und mit ihr die Werte und Normen im Wandel befinden. Aber sollten wir Egoismus, Aggressivität und Respektlosigkeit einfach abtun und in unseren Alltag integrieren?

Veröffentlicht von Anna-Katharina Haag am 18. November 2019

Eine erschreckende Zukunftsperspektive, die auch der #GenerationMitte zunehmend Sorgen bereitet.  Die #GenerationMitte besteht aus allen 30 bis 59-jährigen Frauen und Männern, die in Deutschland leben und arbeiten. Sie sind aktuell die Leistungsträger unserer Gesellschaft, da Sie über 80 Prozent der steuerpflichtigen Einkünfte erwirtschaften und somit einen erheblichen Beitrag für unsere sozialen Sicherungssysteme leisten. Im Auftrag des GDV wurden aus der #GenerationMitte 1.103 Männer und Frauen von dem Institut für Demoskopie Allensbach im Juli 2019 zu ihren Einstellungen, Erwartungen und Ängsten befragt. Die Ergebnisse dieser Befragung sind teilweise erschreckend und ein trauriges Urteil für die sozikulturellen Entwicklungen in unserem Land. 66 Prozent der Befragten empfinden Deutschland als Ellenbogengesellschaft und insbesondere in Großstädten scheint sich diese Einstellung zu manifestieren. Unter der Fragestellung was sich in unserer Gesellschaft zurzeit vor allem verändert steht an erster Stelle wachsende Aggressivität (81%), dicht gefolgt von Zeitdruck und Egoismus.

Vor allem im Straßenverkehr sind 90 Prozent der Befragten bereits mit rücksichtslosem und teilweise aggressivem Verhalten konfrontiert worden. Ebenso auf öffentlichen Plätzen oder auf offener Straße und im Internet. Bei dem Thema egoistisches Verhalten ist der Straßenverkehr ebenso an oberster Stelle genannt. Aber viele mussten bereits am Arbeitsplatz oder während des Anstehens beim Einkaufen mit diesem Verhalten Bekanntschaft machen. Auch bei dem Thema Gleichberechtigung sehen viele der Befragten noch Handlungsbedarf, da es immer noch gravierende Unterschiede bei dem Verdienst oder der Behandlung von Männern und Frauen gibt. 

Die Hoffnung dieses Verhalten zu verändern oder sogar vorbeugend dagegen zu wirken, liegt insbesondere bei den Eltern (85%) und bei den Lehrern (46%). Aber auch bei den Medien sehen eine Vielzahl der Befragten eine große Verantwortung, das Verhalten künftiger Generationen positiv zu beeinflussen. Bleibt nur zu hoffen, dass sich die Medien dieser größer werdenden Verantwortung bewusst sind und mit einem guten Beispiel vorangehen. Denn ich für meinen Teil finde, dass ein freundlicher und respektvoller Umgang untereinander auch zukünftig keine Besonderheit darstellen sollte.

Weiterführende Informationen zu diesem Thema finden Sie hier.

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