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Kinderschutz

Zu schwach fürs Gymnasium

Die Diskussionen um die Stadtteilschulen vs. Gymnasien nehmen ihren Lauf. Aus der aktuellen Zahl der Schulformwechsler geht nun hervor, dass die Anforderungsunterschiede den Eltern und Schülern entweder nicht ausreichend erklärt wurden oder es immer noch eine Hemmschwelle gibt, sein Kind auf eine Stadtteilschule, anstatt auf das Gymnasium zu geben.

Veröffentlicht von Marie Mävers am 23. November 2018

Zu Beginn des laufenden Schuljahrs wurden 892 Jungen und Mädchen nach der sechsten Klasse in Hamburg umgeschult, diese Zahl wurde kürzlich vom Hamburger Abendblatt veröffentlicht. Die Zahl verdeutlicht das Problem. Jedes achte Kind wechselte demnach vom Gymnasium auf die Stadtteilschule, nur weil es dem Unterricht nicht mehr folgen konnte. „Der Wechsel schadet den betroffenen Kindern und führt zu erheblicher Unruhe in den aufnehmenden Stadtteilschulen“, meint Birgit Störer, schulpolitische Sprecherin der CDU-Bürgerschaftsfraktion. 

Viele dieser Wechsel sind vorauszusehen, wenn unter den betroffenen Wechslern 60 Prozent gar keine Gymnasialempfehlung hatten und gegen den Expertenrat der Pädagogen, von ihren Eltern am Gymnasium angemeldet wurden. Aber warum gibt es immer noch diese Hemmschwelle sein Kind auf eine Stadtteilschule zu geben? Teilweise wird es auf die Arbeit der Behörden zurückgeführt, dass diese nicht genug Werbung für die Stadtteilschulen machen und sich dadurch nichts an der Vormachtstellung des Gymnasiums, als beste Ausbildungseinrichtung, verändert. Möglich ist auch, dass die Empfehlungen der Pädagogen für die weiterführende Schule nicht deutlich genug ausfallen oder auch hier die Werbung für die Stadtteilschulen zu kurz kommt.

Die hohe Zahl der „Abschulungen“ bestärkt, dass es im Bildungssystem in Hamburg eine noch zu große soziale Spaltung gibt. Sabine Boeddinghaus, schulpolitische Sprecherin der Linken fordert deshalb: „Statt diejenigen herauszuwerfen, die dem erhöhten Leistungsdruck nicht gewachsen seien, sollten Gymnasien wie Stadtteilschulen die Möglichkeiten und Mittel erhalten, Schülerinnen und Schüler entsprechend zu fördern.“ Denn ein Schulwechsel kann erheblich negativere Auswirkungen für das Kind haben. Die Ausbildungsform hingegen, ist bei einer richtigen Förderung sekundär.

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