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Sport & Gesundheit

Zucker, das süße Gift

Er wird gegessen, getrunken oder man spricht über ihn. So oder so ist er in aller Munde. Während er um 1500 noch als Luxusgut für die Reichen galt, weiß man heute, dass er Übergewicht und schwere Krankheiten, wie z. B. Diabetes, verursachen kann. Doch dem süßen Gift zu entkommen, wird einem nicht so leicht gemacht, denn die Lebensmittelindustrie hat eine große Lobby.

Veröffentlicht von Silke Hirschfeld am 19. Februar 2019

Im Januar spielte sich in Hamburg Kurioses ab: Das Bezirksamt Hamburg-Mitte untersagte dem regionalen Getränkehersteller Lemonaid seine Bio-Limo weiterhin Limonade zu nennen. In den Leitsätzen für Erfrischungsgetränke ist nämlich festgeschrieben, dass Limonaden einen Gesamtzuckergehalt von mindestens sieben Gewichtsprozent aufweisen müssen. Zwei der Sorten aus der Lemonaid-Produktpalette enthalten aber nur fünf bzw. sechs Prozent Zucker. Der Hamburger Hersteller wurde ernsthaft dazu aufgefordert, die Bezeichnung zu ändern oder den Zuckeranteil zu erhöhen!

Lemonaid legte Widerspruch ein und wurde dabei von einer massiven Protestwelle gesundheitsbewusster Bürger unterstützt, woraufhin die Behörde umgehend zurück ruderte. Stattdessen werden jetzt die Leitlinien hinsichtlich gesundheitsschädlicher Mindestgehalte überprüft.

Die NGO Foodwatch setzt sich vehement für die Einführung einer Zuckersteuer in Deutschland ein. Wenn man die gesundheitlichen Gefahren mit denen vergleicht, die durch Alkohol und Tabak verursacht werden, ist dies durchaus eine gerechtfertigte Forderung. In Großbritannien, verschiedenen skandinavischen Ländern sowie in Frankreich, Belgien, Ungarn und Mexiko werden bereits zusätzliche Steuern auf zuckerhaltige Getränke erhoben.

Ein anderer – und sicher auch besserer – Ansatz wäre es, die Lebensmittelindustrie grundsätzlich zum Umdenken zu bewegen, indem sie den Zuckergehalt in ihren Rezepturen radikal reduzieren. Diesen Plan verfolgt derzeit Julia Klöckner, Ministerin für Ernährung und Landwirtschaft. Allerdings setzt sie dabei auf eine freiwillige Selbstverpflichtung der Wirtschaftsverbände und eine Zielerfüllung bis 2025. Also in sechs Jahren. Ungefähr zeitgleich mit der übernächsten Bundestagswahl. Wir sind gespannt, ob sie dann noch die Erfüllung ihrer eigenen Zielvereinbarungen verantwortet und wie sich die Adipositas- und Diabetes-Raten bis dahin entwickeln.

Die Lebensmittelhersteller wehren sich jetzt schon heftig und suchen nach Ausreden und Schlupflöchern. Statt den Zuckergehalt bestehender Lebensmittel zu reduzieren und die Rezepturen anzupassen, werden neue Produkte mit weiteren Zuckeraustauschstoffen und kleineren Verpackungsgrößen entwickelt. Die Sorge um den Profit dominiert den gesunden Menschenverstand.

Helfen Sie sich also in den nächsten Jahren am besten selbst, indem Sie für Ihre Einkäufe mehr Zeit einplanen, um die Zutatenlisten genau zu lesen. Achten Sie dabei besonders auf die versteckten Zucker, denn Zucker hat viele Namen: Saccharose, Dextrose, Raffinose, Glukose, Fruktose etc.

Und wenn Sie Ihre Einkäufe erledigt und Ihre zuckerreduzierte Mahlzeit gegessen haben, können wir Ihnen die spannende arte Dokumentation „Die große Zuckerlüge“ empfehlen.

 

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