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Ethik & Gesellschaft

An Sonn- und Feiertagen geschlossen?!

Das Café Augenblicke hat in diesem Jahr vom 21. Dezember bis Neujahr seine Pforten weit geöffnet, damit auch Bedürftige in Hamburg ein leckeres (Fest-)Mahl bekommen, sich etwas aufwärmen und mit anderen austauschen können. Der Weihnachtsmann und der Wichtel waren natürlich wieder neugierig und haben sich unter die Leute gemischt – wenn auch zur Abwechslung mal getrennt voneinander…

Veröffentlicht von Silke Hirschfeld am 30. Dezember 2020

Heiligabend, 09.45 Uhr: ich dachte, ich sei früh dran, als ich im Wichtelkostüm zum Dienstantritt ins Café Augenblicke des JesusCenters stürmte. Tatsächlich war ich aber die Letzte, denn alle anderen Helfer waren längst am Schnibbeln und Kartoffeln schälen. Auch Vorstandsfrau Barbara Haarmann packte tatkräftig mit an. Um 11.30 Uhr sollte das Festmahl ausgegeben werden. Zur Auswahl standen Ente mit Rotkohl und Kartoffeln sowie Kartoffelsalat mit Würstchen. Allesamt von Privatpersonen gespendet.

Normalerweise hat das Café am Wochenende oder an Feiertagen nicht geöffnet. Aber auch hier ist in diesem Jahr alles anders. Nachdem die Leiterin Anke Beceral wegen des Lockdowns den Betrieb im Sommer monatelang schließen bzw. nach draußen verlagern musste, konnten unter bestimmten Auflagen im Café trotz des zweiten Lockdowns im Dezember Gäste empfangen werden. Das ließ sich das Team nicht zweimal sagen, denn gerade an Weihnachten mangelt es vielen nicht nur an Essen. Durch die Kontakteinschränkungen, die geschlossenen Geschäfte und die leeren Straßen ist die Einsamkeit besonders groß. Das machte nicht nur den Gästen zu schaffen, auch viele Ehrenamtliche waren froh an diesen Tagen eine sinnvolle Beschäftigung – und vor allem so nette Gesellschaft – zu haben.

Zwölf Gäste durften gemäß der Corona-Auflagen gleichzeitig speisen, zudem gibt es einen kleinen Außenbereich, in dem weitere Personen Platz finden. Am Eingang sorgt ein Einlassteam dafür, dass diese Zahl nicht überschritten wird. Am zweiten Weihnachtstag hieß der Weihnachtsmann persönlich die Gäste willkommen. Rund 50 Essen wurden jeweils an den Weihnachtstagen ausgegeben. Es kamen viele Stammgäste, die sich bereits kannten und wenn der Andrang nicht zu groß war, ließen sie sich Zeit und genossen die gute Stimmung. Zum Abschied gab es noch selbstgestrickte Socken und einen St. Pauli (Schoko-)Weihnachtsmann als Weihnachtsgeschenk. Mit dem Essen, das übrig blieb, wurden zudem noch die umliegenden Hotels versorgt, in denen zur Zeit Obdachlose untergebracht sind.

Inzwischen ist das Wichtelkostüm wieder im Karton und ich freue mich auf die vielen fröhlichen Gesichter und die gute Stimmung im Café Augenblicke an Silvester – ein guter Ort, um ein so herausforderndes Jahr ausklingen zu lassen.

 

Morning-Briefing: Dank Anke Beceral (MItte) wissen alle, was sie zu tun haben
Foto: Silke Hirschfeld
Barbara Haarmann schälte unermüdlich Kartoffeln und lächelte dabei sogar...
Foto: Silke Hirschfeld
Reges Treiben in der Küche...
Foto: Silke Hirschfeld
...damit die Enten nicht verbrennen.
Foto: Silke Hirschfeld
Der Weihnachtsmann wartet auf die ersten Gäste...
Foto: Sabine Hartisch
...und Sabine Hartisch regelt den Einlass.
Foto: Heinz-Gerhard Wilkens
Die liebevoll gestaltete Karte lädt zum Verweilen ein
Foto: Silke Hirschfeld
Bei Ente mit Rotkohl und Kartoffeln...
Foto: Silke Hirschfeld
...sowie der Kartoffelsalat mit Würstchen lief allen das Wasser im Mund zusammen.
Foto: Silke Hirschfeld
Irgendwann brauchen auch Wichtel mal eine Pause.
Foto: Silke Hirschfeld

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