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Kultur

Dat Joahr geiht to Ind

In diesem Jahr sind Kunst und Kultur komplett auf der Strecke geblieben. Bei Gospel Train dem Jugendchor der Goethe Schule Harburg, geht es aber um so viel mehr als nur um’s Singen. Es geht um Integration, Gemeinschaft, Toleranz und Persönlichkeitsentwicklung in einem so wichtigen Lebensabschnitt.

Veröffentlicht von Silke Hirschfeld am 14. Dezember 2020

Wer Peter Schuldt kennt, der weiß, dass Momente tiefster Entspannung bis hin zur Trägheit kaum Platz in seinem Leben finden. Doch so getrieben und verzweifelt wie in diesem Jahr haben wir den Chorleiter selten erlebt.

Man muss das verstehen: Gospel Train ist ein Schulchor. Nicht irgendeiner, sondern einer der allerbesten im Land. Aber eben ein Schulchor. Deshalb verlassen jedes Jahr die Sängerinnen und Sänger des Abi-Jahrgangs den Chor und neue aus den unteren Jahrgängen kommen hinzu, werden integriert, und der Chor verändert sich, findet sich neu. Seit über 20 Jahren wiederholt sich dieser Prozess. Jahr für Jahr finden neue Begegnungen statt. Live. Auf Augenhöhe und in Hörweite. Und dann kommt eine Pandemie. Plötzlich ist Singen strengstens untersagt, denn dabei – so heißt es – werden besonders viele Aerosole freigesetzt, die das Virus übertragen könnten.

Erstmals in der Geschichte Gospel Trains musste der Chor sich neu finden, ohne sich dabei direkt zu begegnen. Neue Schüler wurden zu Solisten, ohne dass sie je mit den älteren zusammen gesungen haben. Als dann auch noch das traditionelle Jahreskonzert abgesagt wurde, war der Frust besonders groß. Doch Peter Schuldt wäre nicht Peter Schuldt, hätte er sich nicht eine Alternative einfallen lassen:

„Als Ausgleich für die vielen ausgefallenen Konzerte konnten wir das Jahr nicht so zu Ende gehen lassen“ Bereits in den Herbstferien schrieb er deshalb ein großes Arrangement für alle musikalischen Ensembles der Schule. „Im Teil-Lockdown wurde unter erschwerten Bedingungen vom 20. November bis zum 6. Dezember allen Widrigkeiten zu Trotz dieses Video produziert. Seit 1988 bildet diese Hymne von Rolf Zuckowski das große Finale der Weihnachtskonzerte der Goethe Schule Harburg. Im Publikum stehen alle auf, singen laut mit und zücken ihre Handys, sodass sich den Akteuren auf der Bühne ein Lichtermeer bietet. Das ist Gänsehautfeeling pur. In diesem Video möchten wir das Gefühl sozialer Verbundenheit und Gemeinschaft aufleben lassen.“

Eine Strophe ins hochdeutsche übersetzt geht so:
Du merkst, es ist wirklich schon wieder so weit
Und spürst, wie es kribbelt im Blut
Du denkst an das Jahr
Siehst noch einmal was war
Und du fragst dich: War’s schlecht oder gut?

Auf diese Frage hat in diesem sicher jeder seine ganz besondere Antwort.

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