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Umwelt & Nachhaltigkeit

Ein Kreislauf für Plastik

Allein in Deutschland sind im Jahr 2017 durch Einweg-Geschirr und ToGo-Verpackungen mehr als 346.000 Tonnen Müll entstanden. Eine von vielen erschreckenden Zahlen, denen im Sommer 2021 endlich ein EU-Verbot folgt: ab dem 3. Juli sind ToGo-Plastikbecher, Kunststoff-Teller oder -Besteck, Plastik-Strohhalme oder Plastik-Wattestäbchen – alles sogenannte Einwegplastik-Produkte – verboten.

Veröffentlicht von Marie Mävers am 16. November 2020

Bundesumweltministerin Svenja Schulze begrüßte den „wichtigen Schritt raus aus der Wegwerfgesellschaft“ als einen guten „Beitrag für saubere Meere, Strände und Parks“. Das Verbot zieht für viele Branchen vor allem die Konzentration auf Alternativen nach sich, die sich mehrfach verwenden lassen und die Umwelt schonen. Kabinett und Bundestag müssen nach Angaben des Umweltministeriums nun der Bundesratsfassung noch zustimmen.

Das Verbot ist auch im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie von großer Bedeutung. Laut einem Bericht der Europäischen Umweltagentur EEA ist der Verbrauch von Einwegkunststoff zuletzt stark gestiegen. Hatten sich viele Restaurants und Cafés in den letzten Jahren bereits Pfandsysteme wie Recup oder Rebowl angeschlossen, ist dieser positiven Entwicklung jetzt ein Dämpfer gefolgt. Kunden können durch die Bezahlung eines Pfands, Kaffeebecher oder Schüsseln erwerben und bei allen teilnehmenden Betrieben zurückgegeben bzw. neue Produkte wieder auffüllen lassen. Becher und Schüsseln werden anschließend von den Restaurants und Cafés gereinigt und wieder in den „Re-Circle“ gebracht.

Während des ersten Lockdowns und auch aktuell des zweiten Lockdowns, dürfen Restaurants und Cafés ihre Produkte nur noch ToGo verkaufen. In der Masse gehen die positiven Entwicklungen unter und wir alle beobachten, wie die Mülleimer an Einweg-Verpackungen in Parks und öffentlichen Plätzen überquellen. Zusätzlich hat die Pandemie zu einem Anstieg der weltweiten Nachfrage nach persönlicher Schutzausrüstung geführt. Dazu zählen Masken, Handschuhe und Desinfektionsmitteln in Flaschen.

Umweltschützer haben aber die Sorge, dass die bald verbotenen Plastik-Produkte durch andere umweltschädliche Einweg-Produkte ersetzt werden, wie zum Beispiel aus Papier oder Aluminium. Außerdem fürchten sie mögliche Schlupflöcher: Aus einem Plastik-Teller könnte durch einen Deckel vielleicht eine Plastik-Box werden. Solche Verpackungen werden nämlich nicht grundsätzlich verboten. Das Regelwerk, das hinter dem Einwegplastik-Verbot steckt ist also noch nicht die alleinige Lösung.

Es geht also auch weiterhin darum, nachhaltige Alternativen zu Plastikprodukten zu schaffen. Das Start-Up Spoontainable hat das erkannt. Sie entwickelten einen nachhaltigen Löffel, der in erster Linie zum Verzehr von Eis gedacht ist. Der Begriff kombiniert die englischen Begriffe „spoon“ und „sustainable“ – ein nachhaltiger Löffel, der in diesem Fall sogar essbar ist. In einem Eiscafé in Hamburg-Ottensen ist er bereits  im Einsatz. und auch deutschlandweit finden die jungen Unternehmerinnen Amelie Vermeer und Julia Piechotta viele Abnehmer für ihr Produkt. Für ihren Löffel nutzen die Gründerinnen Rohstoffe, die in der Lebensmittelindustrie übrig geblieben sind: Kakaobohnen-Schalen und Hafer-Schalen. Laut Piechotta ist der essbare Eis-Löffel deshalb sogar nachhaltig, wenn er nicht aufgegessen wird: „Wir gleichen alle CO2-Emissionen aus, die wir bei der Herstellung bis zum Vertrieb verursachen. Das heißt, selbst wenn man den Löffel wegwirft, ist er nachhaltiger als ein Plastik-Löffel, weil er sich auch selbst in der Umwelt auflösen würde.“ Nicht ohne Grund wurde Spoontainable letztes Jahr bei dem begehrten Food Innovation Camp ausgezeichnet.

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