HanseMerkur

Achtung: Neue Bewerbungsfrist!

Bewerben Sie sich schon jetzt für den HanseMerkur Preis für Kinderschutz 2021. Die Bewerbungsfrist endet am 30. September 2021. Weitere Informationen finden Sie hier.

Ethik & Gesellschaft

Internationale Wochen gegen Rassismus

Am kommenden Montag beginnen die Internationalen Wochen gegen Rassismus. Vom 15. bis 28. März finden diese Aktionswochen bundesweit in vielen deutschen Städten statt. Sie werden alljährlich um den 21. März begangen, dem Internationalen Tag gegen Rassismus, um ein Zeichen gegen Rassismus, Diskriminierung und Abwertung und für eine starke Demokratie zu setzen.

Veröffentlicht von Marie Mävers am 12. März 2021

Die Stiftung für die Internationalen Wochen gegen Rassismus plant und koordiniert die jährlichen UN-Wochen gegen Rassismus in Deutschland und fördert Modellprojekte zur Überwindung von Rassismus und Ausgrenzung von Minderheiten. Durch die Stiftung soll die Arbeit gegen Rassismus nachhaltig und über das ganze Jahr ausgebaut werden. Bereits seit 2016 werden diese Aktionswochen von der Stiftung koordiniert. Sie haben damit die Aufgaben vom Interkulturellen Rat e.V. übernommen, der seit 1995 die Aktivitäten rund um den 21. März in Deutschland initiierte. Die Ausweitung auf zwei Aktionswochen ist in der Wichtigkeit des Themas begründet, einer Vielzahl von Veranstaltungen und der steigenden Beteiligung der teilnehmen Städte.

Die diesjährige Auftaktveranstaltung war ursprünglich in Bonn vorgesehen und findet nun coronabedingt digital am 15. März 2021 um 17 Uhr statt. Unter dem Motto„Solidarität. Grenzenlos.“ wird sie durch die Vorsitzende des Stiftungsrates der Stiftung gegen Rassismus, Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth eröffnet. Hauptreferent ist der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet. Darüber hinaus wird es eine Podiumsdiskussion mit Abraham Lehrer (stellv. Vorsitzender des Zentralrates der Juden), Jagoda Marinic (Schriftstellerin / Interkulturelles Zentrum Heidelberg) und Prof. Dr, Heribert Prantl (Süddeutsche Zeitung) geben, moderiert von Hadija Haruna-Oelker. Einen musikalischen Beitrag wird zudem das Romeo Franz Ensemble leisten. Am Montag können Sie hier live an der Veranstaltung teilnehmen.

Denkt man aktuell an das Thema Rassismus, drängen sich mir persönlich zunächst viele tragische Ereignisse der letzten Wochen und Monate auf: die Anschläge von Hanau und der damit verbundene Gedenktag nach einem Jahr, der Messerangriff von Halle und der stets präsente Tod George Floyd in den USA. Es sind Ereignisse, die kein Virus, keine Pandemie überschatten könnten. Anlässlich der internationalen Wochen gegen Rassismus möchte ich jetzt aber die Aufmerksamkeit auf ein Ereignis richten, das mit diesen positiven Aktionen und dem Kampf gegen Rassismus einhergeht. Die Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Joe Biden und dem Gedicht, dem amerikanischem Rap und Poetry Slam der Amerikanerin Amanda Gormans, das weltweit bewegte. „The Hill We Climb“ schrieb die Lyrikerin unter dem Eindruck des Sturms auf das Kapitol. Es sind Verse, die ein Land der Vielfalt beschwören. In den letzten Wochen wurde deutlich, wie schwierig ihre Worte zu übersetzen sind. Falsch ist die Annahme, dass man für eine Übersetzung dem Profil der Autorin entsprechen müsste „jung, aktivistisch und schwarz „, wie es kürzlich ein spanischer Verlag erklärte, als Victor Obiols Vorschlag zur Übersetzung ins Katalanische abgelehnt wurde.

Lyrische Werke verlangen vor allem eines, dass man sich mit ihnen auseinandersetzt. Eine falsche Interpretation, die mit einer falschen Übersetzung einhergehen würde, gibt es dann nicht. Der Weg, auf den man sich begibt, wenn man ein Gedicht liest und versucht das Anliegen des Autors zu verstehen, ist das Ziel. In diesem Sinne möchte ich Ihnen eine Passage nahelegen – ganz im Sinne der Internationalen Wochen gegen Rassismus und wofür sie stehen:

 

„The Hill We Climb“ von Amanda Gormans

We are striving to forge our union with purpose.

Wir schmieden eine Gemeinschaft mit einem Ziel zusammen.

To compose a country, committed to all cultures, colors, characters, and conditions of man.

Ein Land zusammenzubringen, für alle Kulturen, Farben, Temperamente, Bedingungen.

And so we lift our gaze, not to what stands between us

Und so heben wir unseren Blick, nicht auf das, was zwischen uns steht,

but what stands before us.

sondern auf das, was uns bevorsteht.

We close the divide because we know to put our future first,

Wir schließen die Kluft, weil wir wissen, damit die Zukunft zuerst kommt,

we must first put our differences aside.

müssen wir erst beiseite tun, was uns trennt.

(Deutsche Übersetzung „Der Berg, auf den wir steigen“ von Jacqueline und Martin Winter für die F.A.Z.)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

*