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Wie geht es Deutschland im Lockdown?

Ethik & Gesellschaft

Krankenstand auf Rekordtief – so geht es Deutschland

„Wie geht’s Dir?“ Hätte man früher spontan mit einem „Gut, danke“ geantwortet, wirft diese eigentlich unverfängliche Frage in Pandemiezeiten Stirnrunzeln auf. Wie meint der Fragesteller das? Physisch? Psychisch? Arbeitstechnisch?  Oder von der Gesamtsituation her? Vor diesem Hintergrund haben wir uns mal mit den aktuellen Zahlen beschäftigt: Wie geht es Deutschland eigentlich?

Veröffentlicht von Lars Wöhrmann am 10. August 2021

Unser Kooperationspartner DAK-Gesundheit hat dazu vor kurzem eine Krankenstands-Analyse veröffentlicht – die durchaus interessanten Inhalt bietet. Die gute Nachricht vorweg: Eine Erkältungssaison 2021 gab es (bisher) nicht. Die Studie, die sich mit dem ersten Halbjahr 2021 beschäftigt, zeigt auf, dass es in diesem Jahr deutlich weniger Fehltage aufgrund von Atemwegserkrankungen als im Vorjahreszeitraum gab. Grund dafür: die wegen Corona eingeführten Abstands- und Hygienemaßnahmen haben sich als präventiv wirkungsvoll anderen Infektionskrankheiten gegenüber gezeigt. Insgesamt verbesserte sich die Betroffenenquote – also die DAK-Mitglieder, die aufgrund von Krankheit arbeitsunfähig waren – von 32,9 auf 25,9 Prozent. Ob das dazu führt, dass auch über die Pandemie hinaus Abstand halten und Maske tragen zum hiesigen Erscheinungsbild gehört, bleibt abzuwarten; als Infektionsschutz insbesondere während einer Erkältungszeit haben sich diese (und andere) Maßnahmen jedenfalls als effektiv herausgestellt.

Doch wo Licht ist, da fällt auch Schatten: Während Krankschreibungen zu Infektionskrankheiten zurückgingen, nahmen Fehltage zu psychischen Erkrankungen sowie Muskel-Skelett-Probleme (wie Rückenleiden) zu; psychische Erkranken der Studie zur Folge um 11,5 Prozent (Vergleichswert vom Vor-Corona-Jahr 2019). Grund hier könnte die hohe Home Office sein; doch im Home Office wurde oftmals nicht nur gearbeitet, sondern parallel Kinder betreut, Kinder im wahrsten Sinne des Wortes geschult und oftmals schlechter gesessen als beispielsweise im Büro.

Und was ist mit den Kindern?

Apropos Kinder: Auch zum  Thema „Kinder und Auswirkungen der Pandemie“ hat unser Partner DAK-Gesundheit Informationen veröffentlicht. Eine Studie, bei der 14.000 Schulkinder befragt wurden, zeigt eine ähnliche Entwicklung wie bei den erwachsenen Arbeitnehmern – leider. So sank die Lebenszufriedenheit im Durchschnitt um alarmierende 21 Prozent. Gleichzeitig stieg die Anzahl der Schulkinder mit emotionalen Problemen – übrigens am stärksten bei den Jüngeren der Befragung (Klassenstufe fünf und sechs).
Ein weiteres Problem: Das Bewegungsangebot. 34 Prozent der Jungen, aber nur 24 Prozent der Mädchen sind ausreichend körperlich aktiv (beispielsweise in Sportvereinen). Auf die wissenschaftliche empfohlenen 90 Minuten tägliche Bewegung kommt leider nicht die Mehrheit.

Licht am Ende den Tunnels

Doch es gibt auch gute Nachrichten in diesem Zusammenhang: So ist die Gaming-Zeit während des zweiten Lockdowns deutlich zurückgegangen: „Nur noch“ 115 Minuten spielen Kinder und Jugendliche werktags Online-Games – immerhin 15 Prozent weniger als im ersten Lockdown. Und auch der Schulbeginn nach Ende der Sommerferien verspricht (zumindest in Hamburg) ein Stück weit Normalität: Schulbeschäftigte sind zum großen Teil geimpft und mobile Lüftungsgeräte sollen bis zu den Herbstferien in allen (immerhin 12.000) Klassenräumen stehen, so dass die Homeschooling-Doppelbelastung für Eltern und Schüler hoffentlich keine mehr ist. Wir drücken – für alle Lehrerinnen und Lehrern, Schülerinnen und Schülern und Eltern – die Daumen.

 

Sie leiden unter Stress und/oder Erschöpfungssymptomen?  Dann suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Hausarzt.

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