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Ethik & Gesellschaft

Misshandelte Haustiere: Indikator für Gewalt an Frauen und Kinder

Häusliche Gewalt ist leider vielsichtig und richtet sich oft an die schwächsten Mitglieder im jeweiligen Haushalt. Nun könnten Tierärzte eine besondere Rolle zuteilwerden, denn: Es ist nicht unwahrscheinlich, dass jemand, der Tiere misshandelt, auch Menschen angreift.

Veröffentlicht von Lars Wöhrmann am 11. Juli 2022

Die Zahl ist erschreckend: Rund 6.000 Fälle von Tiermisshandlungen werden jährlich gemeldet, wie Brigitte meldet. Bei Kindesmisshandlungen verzeichnet die Polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2021 3.599 Fälle. Zwar haben die Zahlen auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun, allerdings könnten die misshandelten Tiere als eine Art Frühindikator dienen – nämlich dann, wenn es um Gewalt in der Familie allgemein geht.

Im Studium für Tiermedizin werden angehende Ärzte in Deutschland darauf geschult, ob Wunden und Brüche durch Unfälle oder mutwillig entstanden sind. Bei Letzterem könnte – beispielsweise durch eine Vernetzung entsprechender Stellen – nicht nur isoliert auf die Tiere, sondern interdisziplinär geschaut werden, ob weitere Misshandlungen stattfinden.

Leider beobachten Experten immer wieder Zusammenhänge zwischen familiärer Gewalt und Misshandlungen an Tieren. Brinda Jegatheesan, Psychologin an der University of Washington in Seattle, untersucht gezielt die Beziehung zwischen Kindern und Tieren. Im Spiegel schildert Jegatheesan das Schicksal eines Hundes; der Halter und Vater von zwei Kindern hat den Hund angeschrien und geschlagen – mit dem Ziel, dass die Kinder alles tun, was der Vater von ihnen möchte – „wenn er nur den Hund in Ruhe lasse“. Die Töchter selbst sollen dann auch misshandelt worden sein.

Hoffen wir, dass die interdisziplinäre Zusammenarbeit an Bedeutung gewinnen wird.

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