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Ethik & Gesellschaft

#SayTheirNames

Anlässlich des Anschlags in Hanau vor einem Jahr gedenken die Menschen der Stadt und viele weitere in Deutschland den neun Opfern, die am 19. Februar 2020 von einem bekennenden Rassisten getötet wurden. 

Veröffentlicht von Marie Mävers am 22. Februar 2021

Amnesty-International Deutschland e.V. hat im Zuge des sich jährenden Ereignisses einen Aufruf gestartet, wie aus dem Gedenken an das Attentat von Hanau, zum Handeln für die Überlebenden werden kann. Mit der Kampagne #SayTheirNames soll es darum gehen, der Opfer zu gedenken und dabei vor allem ihre Namen auszusprechen, damit diese Menschenleben nicht vergessen werden. Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar und Kaloyan Velkov –  so hießen die Menschen, die bei dem rassistischen Anschlag von Hanau am 19. Februar 2020 ermordet worden sind.

„Hanau kann dann einen Unterschied machen, wenn unser Gedenken am heutigen Tag, an jedem Tag, als Solidarität erlebbar ist für jene, deren Leben überschattet wird von dieser Kriegserklärung. Wenn wir „sprechen und handeln“ mit und für alle, die weiter akut der antisemitischen, rassistischen und homofeindlichen Bedrohung ausgesetzt sind. Damit sie nicht die nächsten Opfer werden.“ Carolin Emcke, erhielt 2016 den Friedenspreis des deutschen Buchhandels.

Für ihre Angehörigen hat sich das Leben schlagartig verändert, aber auch in Deutschland sind am vergangenen Freitag viele Menschen auf die Straße gegangen, um ein Zeichen gegen Hass und Rassismus zu setzen und den Opfern und ihren Angehörigen zu gedenken. Diese friedlichen Demonstrationen und Gedenkfeiern sind nötig, denn in dem Jahr seit dem Attentat sind rechtsextreme Taten im Vergleich  zu 2019 deutlich gestiegen. Rund 23.000 Straftaten wurden begangen – ein Anstieg um 700 Taten. Auch bei islamfeindlichen, antimuslimischen und antisemitischen Straftaten ist diese negative Entwicklung leider zu beobachten gewesen.

Zu dem Gedenken der Opfer gehört auch die Frage nach der Klärung von offenen Fragen rund um das Attentat, die auch ein Jahr später noch immer nicht geklärt sind. Wie konnte ein bekennender Rassist, der vor der Tat Pamphlete und Videos mit Verschwörungstheorien und rassistischen Ansichten im Internet verbreitet hat nicht beobachtet werden? Wie konnte er an eine Waffe kommen?

Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat beim Gedenken an die Opfer eine Aufklärung aller offenen Fragen gefordert. Zugleich rief er die Bürger zum Zusammenhalt gegen Hass, Rassismus und Hetze auf. „Aufklärung und Aufarbeitung stehen nicht in freiem Ermessen“, sagte er bei der Gedenkveranstaltung in der Stadt. „Sie sind Bringschuld des Staates gegenüber der Öffentlichkeit und vor allem gegenüber den Angehörigen.“

Olaf Scholz, Stellvertreter der Bundeskanzlerin und Bundesfinanzminister, rekapitulierte anlässlich der Gedenkfeier die Ereignisse der vergangenen zwei Jahre: „Hanau, der Mord an Walter Lübcke, das antisemitische Attentat von Halle und unzählige Angriffe auf kommunalpolitisch Engagierte – jeden Tag.“, so Scholz. Er rief dazu auf, vor solchen Taten nicht die Augen zu verschließen und stärker aktiv zu werden: „Kein Wegschauen – kein Schönreden. Gegenhalten!“ Der rechter Terror in Deutschland ist Realität und nur hier können wir etwas verändern, sodass die Zukunft eine andere ist.

Plakat zur Kampagne #SayTheirNames ©Amnesty International

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