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Ethik & Gesellschaft

Sie können ein mittelschönes Leben gewinnen

Immer wieder lesen wir von Gewalt gegen Obdachlose. Sie werden geschlagen, getreten oder ihre Schlafsäcke werden angezündet während sie darin schlafen. Wie kann das sein? Ist das Wut? Hass? Ein Spaß im Alkoholrausch? Wie und wann ist das Bewusstsein verloren gegangen, dass das ein Mensch ist? Oder hat der Mensch keinen Wert mehr, weil er kein Dach über dem Kopf hat? Auch wenn die Toleranz in letzter Zeit gewachsen ist, gibt es noch viel Luft nach oben. Hilfreich ist es da, bei den Jüngsten in unserer Gesellschaft anzufangen.

Veröffentlicht von Silke Hirschfeld am 26. Februar 2021

Wenn wir eine tolerante, gewaltfreie Gesellschaft wollen, sollten wir vor allem die Kinder im Fokus haben. Ihnen wird von klein auf erklärt, was normal ist und was nicht. Was gut ist und was schlecht. Mir wurde als Kind erklärt, dass der Mann, der auf dem Fußboden an der Straßenecke sitzt, ein „Penner“ ist und man ihm kein Geld in den Becher werfen soll, den er vor sich aufgestellt hat, denn das würde er eh nur „versaufen“. Als ich älter wurde, fing ich an zu begreifen, dass sie alle einmal ein ganz normales Leben hatten, bis irgendein Ereignis sie komplett aus der Bahn geworfen hat und sie jeglichen Halt verloren haben.

Die Kinderbuchautorin Kirsten Boie erzählt in ihrem Buch Ein mittelschönes Leben die Geschichte eines Mannes, der ein ganz normales Leben führte. Sie beginnt in seiner Kindheit, die er behütet in seiner Familie verbringt. Er hat Freunde, ein Meerschweinchen , geht zur Schule und spielt Fußball. Als er älter wird, heiratet er und gründet eine eigene Familie. Er geht einer geregelten Arbeit nach. Um sich und seiner Familie ein gutes Leben ermöglichen zu können, arbeitet er besonders viel. Vielleicht zu viel, denn seine Frau verlässt ihn, weil sie einen anderen Mann kennengelernt hat. Sie nimmt die Kinder mit. Der Mann, der nie Freundschaften gepflegt hat, weil er mit Arbeit und Familie beschäftigt war, ist nun allein. Er verbringt viel Zeit vor dem Fernseher und trinkt dazu Bier. Sein Feierabendbier. Manchmal sind es auch zwei oder mehr. Er verliert seine Arbeit und zieht in eine andere Stadt, in der er niemanden kennt, um dort einen neuen Job anzutreten. Doch die Firma muss nach kurzer Zeit Stellen abbauen. So rutscht er in die Arbeitslosigkeit und ist durch den Umzug hochverschuldet. Er ist einsam. Nicht nur, weil er keine Freunde hat. Die Mutter hat den Kontakt zu den Kindern eingestellt, nachdem sie ihn und seine Wohnung einmal in einem sehr verwahrlosten Zustand gesehen haben. Den Druck, der inzwischen auf ihm lastet, spült er mit Alkohol runter. Seine Verfassung wird immer schlimmer und er verliert alles, vor allem seine Wohnung. Seitdem ist er obdachlos. Einfach so.

Boie erzählt die Geschichte auf eine besonders einfühlsame und unaufgeregte Weise. Vielleicht, weil einem das einfach mal passieren kann. Die liebevollen Illustrationen von Jutta Bauer machen das Buch besonders anschaulich.

Die zweite Hälfte des Buches besteht aus Fragen, die Kinder an obdachlose Menschen richten. Beispielsweise, wie sie Weihnachten feiern oder ob ihre Familien wissen, dass sie auf der Straße leben. Die Antworten darauf kommen von Hinzt & Kunzt-Verkäufern. Übrigens geht auch der Erlös des Buches vollständig an das Hamburger Straßenmagazin und unterstützt damit dessen Arbeit.

Da dieses Buch nicht nur Kindern, sondern auch dem ein oder anderen Erwachsenen die Augen öffnen und das Mitgefühl stärken kann, und weil es auch einfach ein lesenswertes Buch ist, verlosen wir fünf Exemplare. Schreiben Sie uns einfach eine Mail mit Ihrem Namen und Ihrer Anschrift an csr@hansemerkur.de. Viel Glück!

Alle, die bei unserer Verlosung leer ausgehen, können Ein mittelschönes Leben zum Preis von EUR 4,80 bei Hinz und Kunzt direkt bestellen.

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