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Sport & Gesundheit

Sind regionale Insekten die Zukunft unserer Ernährung?

Inspiriert von einem jungen Mädchen haben wir Sie im Januar auf eine Reise der gesunden und vor allem nachhaltigen Ernährung mitgenommen. Die vier sehr unterschiedlichen Rezepten aus dem Kochbuch „Umessen – Klimafreundlich Kochen“ hatten in erster Linie gemeinsam, dass sich die Rezeptinspirationen auf eine Ernährungsweise konzentriert hat, die auch in der Zukunft möglich ist.

Veröffentlicht von Marie Mävers am 29. Januar 2021

Die Zukunft der Ernährung folgt bereits jetzt dem erkennbaren Trend, Produkte aus der Umgebung und somit auch nach Saison zu kaufen. „Wir haben zunächst eine globalisierte Wirtschaft etabliert und sehen nun zunehmend deren Nachteile für Klima und Natur.“, erklärt Verena Hüttl-Maack, Professorin für Marketing und Konsumverhalten an der Universität Hohenheim, diese Umkehr. Der Trend zum regionalen Einkaufen wurde auch im aktuellen Ernährungsreport des Bundeslandwirtschaftsministeriums veröffentlicht. Demnach legen 83 Prozent der Deutschen Wert darauf, dass ihre Lebensmittel aus der Region stammen. Diesen Trend haben auch die Anbieter erkannt und so gibt es heute bereits um die 300 Vermarktungsinitiativen, die in ihren Regionen Produkte anbieten. Den Anfang machte die Rewe-Gruppe bereits vor acht Jahren, mit ihrer Produktreihe von regionalen Lebensmitteln – heute umfasst das Sortiment mehr als 20.000 Produkte.

Insbesondere, weil der Begriff „regional“ heutzutage gerne für Marketingzwecke verwendet wird, ist beim blinden Vertrauen dieser Bezeichnung Vorsicht geboten. Da der Begriff noch nicht geschützt ist, kann sich dahinter nämlich eine ziemlich weite Interpretation verbergen. Ebenso  weit, wie unterschiedlich Verbraucher den Begriff interpretieren: Laut einer Studie der deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) beziehen 37 Prozent der Verbraucher den Begriff „regional“ auf den nicht näher definierten Großraum der eigenen Stadt. 50 Prozent geben an, dass der Begriff der Regionalität auf ihr Bundesland zurückzuführen ist. Acht Prozent der Befragten gaben sogar ganz Deutschland als regionalen Raum an.

Einen positiven Effekt auf eine tiefgründigere Auseinandersetzung mit dem Begriff hat sich im vergangen Jahr durch die Corona-Pandemie gezeigt. Verbraucher gehen noch lieber zu dem Hofladen an der Ecke und kaufen das, was nebenan auf dem Feld wächst. Auch die Großstadtbewohner zieht es in der Freizeit vermehrt aufs Land und im Alltag auf die Wochenmärkte.

Regional und saisonal sind zwei entscheidende Faktoren für die Zukunft unserer Ernährung. Experten beschäftigen sich aber bereits mit den Themen, welche die Lebensmittel sind, die eine immer größer werdende Gesellschaft und schrumpfende Ressourcen durch den Klimawandel ernähren können. Denn fest steht, die Menschheit muss sich in ihren Essgewohnheiten ändern, damit über 10 Milliarden Menschen, die im Jahr 2050 voraussichtlich die Erde bewohnen werden, genug zu Essen haben. Hoch im Kurs sind seit längerem Insekten wie z.B. Grillen, Heuschrecken und Mehlwürmer. „Insekten sind Superfood!“, erklärt der Biologe Michael Bullmer von der Insektenfarm Six Feet To Eat. Das Chitin aus den Panzern bindet Cholesterin und die Tiere haben fünfmal mehr Antioxidantien als etwa Olivenöl oder Orangen. Außerdem sind die kleinen Krabbeltiere sehr reich an Proteinen und guten ungesättigten Fettsäuren. Dass in Deutschland noch kein Trend in diese Richtung erkennbar ist, erklärt sich Birgit Rumpold, die sich an der TU Berlin mit den Aspekten nachhaltiger Ernährung beschäftigt, mit dem Ekel der Menschen, der mit den Krabbeltieren verbunden ist. „Wir haben in Europa keine kulturelle Erfahrung mit Insekten, etwa wie man sie zubereitet oder lagert.“, erklärt sie. Anders in Asien, Afrika und Lateinamerika. Hier tragen Insekten, nach Schätzungen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) , bereits zur Ernährung von zwei Milliarden Menschen bei. Es bleibt spannend zu beobachten, was bei uns in Zukunft auf die Teller kommen wird.

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